Das tanzende Bauernpaar

Worum es geht

Beschreibung

Albrecht Dürers Kupferstich eines tanzenden Bauernpaars von 1514 ist zwar keineswegs die erste Darstellung dieses Themas in der Druckgraphik, doch ist es gewiss die einflussreichste. Zahlreiche Künstler nach ihm haben sich an diesem Vorbild orientiert. Bemerkenswert ist vor allem, dass Dürer das tanzende Paar ohne jeden weiteren szenischen Zusammenhang vor einem papierweißen Hintergrund freigestellt und sein Augenmerk ganz auf die Erfassung der ebenso ungestümen wie ungelenken Bewegungen des massigen Paares gerichtet hat. So wirken die Tanzenden trotz des kleinen Formats geradezu monumental. In der jüngeren Forschung wurde darauf hingewiesen, dass Dürer sich für seine Darstellung der Figuren an den formalen Eigenheiten der Laokoon-Gruppe orientiert hat – eines antiken Skulpturenensembles, das 1506 in Rom wiederausgegraben wurde. Während ihm auf seiner Venedigreise von italienischen Kollegen vorgeworfen worden war, er beherrsche die „antigisch Art“ nicht, scheint er hier – unter dem Deckmantel eines bäuerlichen Themas – das Gegenteil unter Beweis stellen zu wollen.

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