Worum es geht
Zweifelsohne weist der Porträtierte Rembrandts Physiognomie auf, gleichwohl weicht die Darstellung im Detail aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes und späterer Übermalungen in manchen Partien von den bekannten Selbstbildnissen Rembrandts ab. Die Kleidung mit dem pelzverbrämten Mantel, dem weißen, gefältelten Untergewand und dem goldenen, bestickten Schal gleicht einem historischen Kostüm und erinnert an andere bekannte Bildnisse Rembrandts. Im Verlauf der Entstehung des Stuttgarter Bildes wurden Veränderungen am Motiv vorgenommen: Röntgenaufnahmen zeigen eine andere Kopfbedeckung als das ausgeführte rote Barett. Dieser Befund schließt die Möglichkeit einer Kopie nach einem verlorenen Werk Rembrandts aus. Die deutliche erkennbaren Malschichten (besonders in den Gesichtspartien) sind für Rembrandt ungewöhnlich und Anlass, das Gemälde den eigenhändigen Werken abzuschreiben. Mitarbeiter von Rembrandts Werkstatt malten wohl »Selbstbildnisse«, da diese beliebte Sammlerstücke waren. Entsprechend wird von der jüngeren Forschung Aert de Gelder als möglicher Autor für das Stuttgarter Bildnis diskutiert. Das Stuttgarter Selbstbildnis mit roter Mütze gehört somit zu einer Reihe von sogenannten »Selbstbildnissen«, die nicht eigenhändig von Rembrandt gemalt wurden, aber in seiner Werkstatt und somit in seinem direkten Umfeld entstanden.
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