Worum es geht
Die auf 200 Ausgaben limitierte Publikation »Marcel Duchamp« von Georges Hugnet (1906-1974) umfasst auch eine lose Edition von Marcel Duchamp (1887-1968) selbst. Der Titel des Blattes hilft bei der Identifikation der Darstellung. Es handelt sich um einen spitzen Kinn- und einen geschwungenen Schnurrbart in Miniatur. Die männlich konnotierte Bartbehaarung verwendet Duchamp erstmals bei dem Ready-made »L.H.O.O.Q«. Darin fügt er einer vorgefundenen Postkarte – einer Reproduktion des berühmten Gemäldes der »Mona Lisa« von Leonardo da Vinci (1452-1519) – einen Bart hinzu und öffnet das Kunstwerk damit auf spielerisch-humorvolle Weise für Fragen der Originalität, der Autorenschaft und der Genderzuschreibungen. Die Reduktion auf den Bart im druckgraphischen Medium verstärkt das Hinterfragen von Zuschreibung und Reproduzierbarkeit und ist damit ganz im künstlerischen Sinne Duchamps.
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