Worum es geht
Das private Andachtsbild zeigt Maria hinter einer niedrigen Brüstung, welche die Grenze zwischen himmlischer und weltlicher Sphäre markiert. Nachdenklich blickt sie auf ihr Kind, das sein Händchen zu einem Segensgestus erhoben hat. Eine Heilige, die sich aufgrund fehlender Attribute nicht identifizieren lässt, wendet sich betend Christus zu. Das Gemälde wurde 1852 als Werk des Giovanni Bellini angekauft. Wesentlich überzeugender ist jedoch eine Zuschreibung an seinen Mitarbeiter Vincenzo Catena, der sich am Stil und an den Bildkompositionen seines Meisters orientierte. So lassen sich die dargestellten Figuren auf die »Sacra Conversazione Pourtalès« in der Pierpont Morgan Library in New York (Inv. Nr. AZ070) sowie eine Zeichnung in den Florentiner Uffizien (Inv. Nr. 14636 F) beziehen, die beide in der Bellini-Werkstatt geschaffen wurden. Die weiche Modellierung der Körper und Gewänder sowie die atmosphärisch und stimmig wirkende Malerei zeugen von der hohen Kunstfertigkeit des Malers.
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