Neuerwerbungen 2020

Tata Ronkholz

Sechs Fotografien aus der Serie »Trinkhallen«, 1977-1984

Tata Ronkholz, Trinkhalle, Düsseldorf, Sankt-Franziskusstraße 107, 1977, 1977, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2020 mit Lotto-Mitteln  © Van Ham Art Estate: Tata Ronkholz
Tata Ronkholz, Trinkhalle, Düsseldorf, Sankt-Franziskusstraße 107, 1977, 1977, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2020 mit Lotto-Mitteln, © Van Ham Art Estate: Tata Ronkholz

Tata Ronkholz´ bekannteste und umfangreichste Fotoserie greift das Thema der Trinkhallen auf, die Ronkholz von 1977 bis 1984 fotografierte. In ihren menschenleeren Trinkhallen porträtiert sie die eigenwillige Gestaltung der kleinen Bauten, deren Warenangebot und Eingliederung in die sie umgebende Architektur. Die nüchterne Bestandsaufnahme dieser Kioske wird zum Zeugnis geschichtsreicher Alltagskultur.

Die Werke von Tata Ronkholz sind im Kontext der deutschen Dokumentarfotografie der 1970er und 1980er Jahre zu sehen, die von Bernd und Hilla Becher stark geprägt wurde. Ihre Trinkhallen zeichnen sich nicht nur durch eine große ästhetische Qualität aus, sondern offenbaren sich heute als wertvolles Zeitdokument. Ronkholz´ urbane Ansichten sind Orte der Identität, die das andere, banale und unspektakuläre Porträt der Stadt zeigen. Mit Tata Ronkholz erwirbt die Staatsgalerie eine Position, die bislang noch unterrepräsentiert ist und daher eine wichtige Ergänzung der fotografischen Sammlung darstellt. Eine große Publikation über ihre Trinkhallen wird 2021 bei Walther König erscheinen und zu einer breiteren Anerkennung dieser früh verstorbenen Künstlerin beitragen.

Tata Ronkholz (1940, Krefeld – 1997, Köln) gehört zu den wichtigen Protagonistinnen der Becher-Schule und der deutschen Dokumentarfotografie der 1970er und 1980er Jahre. Ihre Motive sind urbane Ansichten, die die Künstlerin im Rheinland und im Ruhrgebiet sammelte, um im kulturellen Gedächtnis die Architektur der deutschen Nachkriegszeit abzubilden. Ronkholz ist von ihren Lehrern, Bernd und Hilla Becher, stark beeinflusst: die Prinzipien der strengen Frontalität, der Serialität, des typologischen Sehens und die Schwarz-Weiß-Ästhetik charakterisieren ihre gesamten Arbeiten. Sie fotografierte ihre Motive mit großem Detailreichtum, extremer Tiefenschärfe, stets bildmittig und bei immer gleichmäßigem Tageslicht. Während die Bechers das Fotografische ins Skulpturale erweiterten und Ideen der Konzeptkunst in die Fotografie übertrugen, fokussierte sich Ronkholz insbesondere auf die sozialen Zusammenhänge im Übergang zwischen öffentlichem und privatem Bereich.

Alle neu erworbenen Werke

Tata Ronkholz, Trinkhalle, Düsseldorf, Sankt-Franziskusstraße 107, 1977, 1977, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2020 mit Lotto-Mitteln  © Van Ham Art Estate: Tata Ronkholz
Tata Ronkholz, Kiosk, Wupperstr. 1, Leverkusen-Rheindorf, 1983, 1983, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2020 mit Lotto-Mitteln © Van Ham Art Estate: Tata Ronkholz
Tata Ronkholz, Trinkhalle Nordring 94, 4630 Bochum 1, 1984, 1984, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2020 mit Lotto-Mitteln © Van Ham Art Estate: Tata Ronkholz
Tata Ronkholz, Trinkhalle, Fischerplatz 2, Düsseldorf, 1978, 1978, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2020 mit Lotto-Mitteln © Van Ham Art Estate: Tata Ronkholz
Tata Ronkholz, Imbissbude, Uhlenbergstraße 2, Düsseldorf, 1978, 1978, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2020 mit Lotto-Mitteln © Van Ham Art Estate: Tata Ronkholz
Tata Ronkholz, Trinkhalle, Düsseldorf-Heerdt, Heerdter Landstrasse, 1979, 1979, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 2020 mit Lotto-Mitteln © Van Ham Art Estate: Tata Ronkholz
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