Provenienzforschung

Forschung zur Herkunft

2009 haben wir begonnen unsere Sammlung gemäß der Grundsätze der Washingtoner Prinzipien von 1998 proaktiv und systematisch zu erforschen. Dabei liegt der Fokus der Provenienzforschung auf Kunstwerken, die vor 1945 entstanden und nach 1933 in die Sammlung gelangt sind.

Sobald Werke identifiziert werden, die zur Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig enteignet wurden, bemühen wir uns in enger Zusammenarbeit mit den rechtmäßigen Erbinnen und Erben um faire und gerechte Lösungen. Bislang wurden 14 Gemälde und Zeichnungen restituiert, also an die Erbinnen und Erben zurückgegeben. Auch unsere Dauerleihgeber wie der SWR und die Freunde der Staatsgalerie e.V. haben drei Werke an rechtmäßige Erbinnen und Erben zurückgegeben. Von den bisher restituierten Werken konnten im Einvernehmen mit den Erbinnen und Erben insgesamt sieben Arbeiten für die Sammlung zurück erworben werden.

Wir sind eines der wenigen Museen in Deutschland, das eine unbefristete Stelle für Provenienzforschung eingerichtet hat. Diese wird seit dem Jahr 2013 durch das Land Baden-Württemberg finanziert. Die Forschung zur Herkunft eines Kunstwerkes ist bei uns fest in die Abläufe der Museumsarbeit eingebunden. Sei es die Überprüfung der Werke im Leihverkehr, bei Neuerwerbungen für die Sammlung oder bei Sonderausstellungen: für jedes Werk wird eine möglichst lückenlose Dokumentation aller Provenienzen erarbeitet. Die Erforschung der einzelnen Kunstwerke ist stets eng mit der Aufarbeitung der Institutions- und Sammlungsgeschichte verbunden.

Die Vermittlung dieser oft langwierigen Forschung und ihrer Ergebnisse ist uns ein großes Anliegen. Die Besucherinnen und Besucher können sich über einen Audioguide anhand von elf Werken durch die Sammlung führen lassen und dabei exemplarische Provenienzen kennenlernen. Aktuell entsteht zudem ein neues Vermittlungskonzept, um die Geschichte der einzelnen Kunstwerke und die Komplexität der damit verknüpften Fragestellungen noch greifbarer zu machen.

Dank einer Förderung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste erfolgt von 2019 bis 2021 auch eine systematische Erforschung der Sammlungsbestände der Freunde der Staatsgalerie e.V. Mehr zum Projekt unseres Fördervereins finden Sie hier.

Mit Johanna Poltermann haben wir eine Provenienzforscherin, die sich auch ehrenamtlich als stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. für den Forschungsbereich engagiert. Wir beteiligen uns aktiv am nationalen und internationalen Netzwerk der Provenienzforschung.

Ansprechpartnerin:

Johanna Poltermann
T +49 711 470 40-462
johanna.poltermann@remove-this.staatsgalerie.bwl.de

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