Wilhelm Lehmbruck. Variation und Vollendung

im Barth-Flügel

 

Wilhelm Lehmbruck. Die Bedeutung der Linie

im Graphik-Kabinett

 

28.9.2018 – 24.2.2019

Detail des Kunstwerks Die große Sinnende von Wilhelm Lehmbruck
Wilhelm Lehmbruck, Die große Sinnende, Detail, 1913-1914, Steinguss; Kunststein; Höhe: 208 cm; Breite: 41,5 cm; Tiefe: 43 cm, Staatsgalerie Stuttgart

Presse:

Anette Frankenberger
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Pressetext

Anlässlich des Ankaufs von drei Plastiken sowie 69 Druckgraphiken und Zeichnungen aus Privatbesitz spüren die beiden Ausstellungen in der Staatsgalerie der Arbeitsweise Wilhelm Lehmbrucks nach. Ausgehend von dem eigenen umfangreichen und in seiner Materialität unterschiedlichen Bestand in der Sammlung, ergänzt durch ausgewählte Leihgaben, werden mit insgesamt 75 Arbeiten auf Papier, 33 Plastiken und einem Gemälde die Beziehung zwischen Form und Material in Lehmbrucks Werk in den Blick genommen.

Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) zählt zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Unter den deutschen Künstlern gehört er zu den ersten, die neben den traditionellen Materialien wie Bronze und Marmor auch in hohem Maße in seiner Zeit innovative Werkstoffe wie Terrakotta, Stein- bzw. Zementguss sowie Stuccoguss für ihre Werke verwendeten.

Aufgrund der besonderen Fragilität des Materials hat eine Auseinander-setzung mit seinem Werk über die Materialität noch nicht stattgefunden. Es sind u.a. Schnittvarianten seiner bedeutendsten Plastiken wie die »Große Sinnende«, der »Emporsteigende Jüngling«, die »Große Stehende« oder die »Kniende« zu sehen.

Die Ausstellung »Wilhelm Lehmbruck. Variation und Vollendung« ermöglicht nun erstmals den unerlässlichen direkten Vergleich der im Material variierenden Ausformungen der wichtigsten Plastiken des Künstlers. Das Fragmentieren und Reduzieren des Körpers, das Expressive seiner Figuren und die Entgrenzung des Mediums machen ihn zu einem der prägendsten Bildhauer der Klassischen Moderne.

Lehmbrucks Zeichnungen und Druckgraphik im Graphik-Kabinett

Begleitend zu den Plastiken Lehmbrucks im Barth-Flügel der Staatsgalerie verdeutlichen im Graphik-Kabinett seine Arbeiten auf Papier »Die Bedeutung der Linie«.

Das Werk dieses empfindsamen Expressionisten umfasst neben Plastiken und Gemälden auch zahlreiche Zeichnungen und Druckgraphiken, die nicht in einem direkten Zusammenhang mit seinen bildhauerischen Arbeiten zu sehen sind, sondern vom Künstler als ein eigenständiges Medium genutzt werden. Der Radierung kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu: Diese Technik ermöglicht dem Künstler eine nuancenreiche und sensible Linearität. Im Gegensatz zur Flächigkeit des Holzschnitts ist es gerade der lineare Stil der Kaltnadelradierung, der Lehmbruck fasziniert. Mit der Stahlnadel, locker aus dem Handgelenk heraus geführt, schafft er die unmittelbare, oftmals skizzenhafte Umsetzung seiner Ideen.

Einfühlsam und ausdrucksstark zugleich zeigen seine Figuren die unterschiedlichen Facetten menschlicher Emotionen.

 

 

 

Der Ankauf wurde ermöglicht durch:

Logo Baden-Württemberg

Die Ausstellung »Variation und Vollendung« wird unterstützt: 

Wilhelm Lehmbruck, Die große Sinnende, 1913-1914, Steinguss; Kunststein; Höhe: 208 cm; Breite: 41,5 cm; Tiefe: 43 cm, Staatsgalerie Stuttgart, erworben 2017 aus Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg und mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, restauriert im Schauatelier Wüstenrot Stiftung
Wilhelm Lehmbruck, Büste der Knienden, Paris 1911/12, Gips, 49 x 46 x 31,5 cm, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe 2008 aus Privatbesitz
Wilhelm Lehmbruck, Sitzendes Mädchen, 1913, Stuck, rötlich getönt und poliert, 30 x 48 x 22 cm, Staatsgalerie Stuttgart, erworben 1921, als »entartet« 1937 beschlagnahmt, zurückerworben mit Lotto-Mitteln 1999
Wilhelm Lehmbruck, Emporsteigender Jüngling, 1913, Steinguss, 155 x  53 x  75 cm,  Staatsgalerie Stuttgart, erworben 1924
Wilhelm Lehmbruck, Torso Mädchen sich umwendend (Torso der Schreitenden/ Mädchen sich umwendend), 1913/14, Gips, rot getönt, 98 x 48 x 34 cm, Staatsgalerie Stuttgart, erworben 1965 mit Lotto-Mitteln
Wilhelm Lehmbruck, Der Gestürzte, 1915, Steinguss; Kunststein; Höhe: 78 cm; Breite: 240 cm; Tiefe: 82 cm, Staatsgalerie Stuttgart, erworben 2017 aus Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg und mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder

Wilhelm Lehmbruck, Skizze zum Gestürzten, linke Seite schräg von vorne, 1916, Kohle auf Büttenpapier, 47,8 x 66 cm, Graphische Sammlung, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe 2017 Ernst von Siemens Kunststiftung
Wilhelm Lehmbruck, Emporsteigender Mann, 1913, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung
Wilhelm Lehmbruck, Vier Frauen (drei stehend, eine sitzend), 1913, Radierung, Papier, 43,9 x 30,7 cm, Graphische Sammlung, Staatsgalerie Stuttgart, erworben 2017 aus Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg und mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder
Wilhelm Lehmbruck, Bildnisbüste Frau Adèle Falk (ohne Schultern), Berlin, 1916, Gips, leicht getönt, 62 cm hoch, Staatsgalerie Stuttgart, erworben 2017 aus Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg und mit Unterstützung
der Kulturstiftung der Länder
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