Marcel Duchamp

100 Fragen. 100 Antworten.

23.11.2018 - 10.3.2019

Schachtel mit Objekten aus dem Museum
Marcel Duchamp, de ou par MARCEL DUCHAMP ou RROSE SELAVY, Boîte-en-valise, (1941) 1966, Serie F, 75 Ex., unnummeriert; Pappschachtel mit rotem Leder überzogen, innen rotes Leinen, Miniaturrepliken und Farbreproduktionen von Werken Duchamps (80 Teile), Staatsgalerie Stuttgart, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Presse:

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Pressetext

Wie kaum ein anderer Künstler veränderte Marcel Duchamp mit seinem außergewöhnlichen Werk unsere Sicht auf die Kunst. Mit seinem Konzept des Readymade und seinen komplexen Notizen wurde er zum Vordenker einer ganzen Generation von Konzeptkünstlerinnen und Konzeptkünstlern. Bis heute sind seine Ideen von erstaunlicher Aktualität. Immer wieder fordern sie dazu auf, die eigene Kunstauffassung zu überdenken.

Erstmals zeigt die Staatsgalerie ihren umfangreichen Duchamp-Bestand in einer Ausstellung. Einflussreiche Werke aus der eigenen Sammlung, wie das Readymade »Flaschentrockner« und das Fensterobjekt »La Bagarre d’Austerlitz« (»Die Schlägerei von Austerlitz«), treffen dabei auf bedeutende Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen. Darunter die vom Nachlass autorisierte Kopie von »La Mariée mise à nu par ses célibataires, même« (»Die Braut von ihren Junggesellen nackt entblößt, sogar«), das sogenannte »Große Glas« aus dem Moderna Museet in Stockholm.

Ergänzt werden die Werke durch das Duchamp-Archiv des Schweizer Künstlers und Forschers Serge Stauffer, der dieses in jahrzehntelanger Beschäftigung mit Duchamp zusammengetragen hat. Die »100 Antworten«, mit denen Duchamp 1960 auf Stauffers »100 Fragen« reagierte, ermöglichen nicht nur besondere Einblicke in Duchamps künstlerisches Denken, sie zeigen auch die außergewöhnliche Forschertätigkeit Stauffers.

Fast vierzig Jahre nach dem Erscheinen seines Standardwerks »Marcel Duchamp. Die Schriften« im Jahre 1981 wird Serge Stauffer erstmals als einer der wichtigsten Vermittler der Ideen Duchamps im deutschsprachigen Raum gewürdigt.

Stauffers exzessive dialogische Beschäftigung mit Duchamp ist auch für die Vermittlung der Ausstellung zentral: 100 Postkarten zum Mitnehmen bilden einen Parcours durch die Ausstellung. Auf den Karten finden sich 100 Fragen und 100 Antworten zur Bestands- und Werkgeschichte der gezeigten Arbeiten sowie zum Gesamtwerk und Leben Duchamps.

Das Besondere daran: Die Gestaltung der 100 Postkarten und deren Installation in der Ausstellung hat der amerikanische Konzeptkünstler Joseph Kosuth für die Staatsgalerie entwickelt. Kosuth ist insbesondere von Duchamp beeinflusst und mit Stuttgart seit seiner Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in den 1990er-Jahren eng verbunden. 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen in Deutsch und Englisch mit Essays internationaler Autorinnen und Autoren: Stefan Banz, Carlos Basualdo, Susanne Bieri, Lars Blunck, Deborah Bürgel, Gorka Couvrat Desvergnes, Dieter Daniels, Paul B. Franklin, Thomas Girst, Michael Hiltbrunner, Corinna Höper, Alexander Kauffman, Susanne M.I. Kaufmann, Joseph Kosuth, Herbert Molderings, Arnaud Obermann, Christian Sander, Gregor Wedekind (Prestel Verlag).

 

Mit freundlicher Unterstützung von

Marcel Duchamp, La Bagarre d’Austerlitz (Die Schlägerei von Austerlitz), 1921, Öl auf Holz, Glas, Objekt: 62,8 × 28,7 × 6,3; Holzsockel: 5 × 33 × 20,2; Gesamthöhe: 67,8 cm, Staatsgalerie Stuttgart, © Association Marcel Duchamp / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Man Ray, Marcel Duchamp schaut durch „La Bagarre d’Austerlitz”, Alexina and Marcel Duchamp Papers, Philadelphia Museum of Art, Library and Archives, © Man Ray Trust, Paris / Association Marcel Duchamp / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Marcel Duchamp, de ou par MARCEL DUCHAMP ou RROSE SELAVY, Boîte-en-valise (Von oder durch MARCEL DUCHAMP oder RROSE SELAVY, Schachtel im Koffer), (1941) 1966, Serie F, 75 Ex., unnummeriert; Pappschachtel mit rotem Leder überzogen, innen rotes Leinen, Miniaturrepliken und Farbreproduktionen von Werken Duchamps (80 Teile), 41,5 × 38,5 × 9,9 cm, Staatsgalerie Stuttgart, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Marcel Duchamp, Porte-bouteilles (Flaschentrockner), (1914) 1964, Verzinkter Stahl, genietet und geschweißt (Ex. 1/8), Höhe: 64,2; Durchmesser: 37 cm, Staatsgalerie Stuttgart, © Association Marcel Duchamp / VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Marcel Duchamp, Roue de Bicyclette (Fahrrad-Rad), (1913) 1964, Hocker, Fahrradgabel, Speiche, 128 x 64 x 33 cm, Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Foto: Wolfgang Fuhrmannek, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Marcel Duchamp, Fresh Widow (Frische Witwe), (1920) 1964, Bemaltes Holz, mit Scheiben aus poliertem Leder und Glas, 79,5 x 53 x 10 cm, Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern, Foto: Gabriele Bröcker, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Marcel Duchamp, Pollyperruque, 1967, Collage: beschnittene Farbtafel aus dem Le Larousse pour tous und spanische Postkarte, Klappbild, Stoffbändchen, 14 × 9 × 0,9 cm, Staatsgalerie Stuttgart, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Marcel Duchamp, La Mariée mise à nu par ses célibataires, même (Die Braut von ihren Junggesellen nackt entblößt, sogar),
(1915–23), 1991-92, von Ulf Linde, Henrik Samuelsson und John Stenborg angefertigte Replik, Öl und Blei auf Glas, hölzerner Rahmen, 321 x 204,3 x 111,7 cm, Moderna Museet Stockholm, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Marcel Duchamp, Étude pour la »Broyeuse de chocolat, n° 2« (Studie zur »Schokoladenmühle, Nr. 2«), 1914, Öl und Lack auf Leinwand, mit Notizen und Skizzen in Tinte und Farbstift, aufgezogen auf Doublierleinwand; Originalleinwand: 57 × 40,5; Doublierleinwand auf Keilrahmen: 60 × 45 cm, Staatsgalerie Stuttgart, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Marcel Duchamp, L.H.O.O.Q., (1919) 1964, Farbdruck des Gemäldes Mona Lisa von Leonardo da Vinci, Bleistift und weiße Gouache, 30,1 x 23 cm, Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern, Foto: Fotoagentur nordlicht, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Serge Stauffer, Lächeln wie die Mona Lisa, 1973, Sechs Schwarz-Weiß-Foto-Kontaktabzugs-Streifen, Schweizerische Nationalbibliothek, Graphische Sammlung: Archiv Serge und Doris Stauffer
Serge Stauffer vor einem Plakat zu »Marcel Duchamp. Die Schriften«, Zürich, 1982, Foto: Isabelle Wettstein, Schweizerische Nationalbibliothek, Graphische Sammlung: Archiv Serge und Doris Stauffer
Serge Stauffer, Zürich 1957, Foto: Peter Storrer
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