Prof. Dr. Christian von Holst

Ehemaliger Direktor der Staatsgalerie wird 80 Jahre

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Pressematerial

Von April 1994 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im November 2006 war Prof. Dr. Christian von Holst Direktor der Staatsgalerie Stuttgart. Am 19. August feiert er seinen 80. Geburtstag.

In Danzig geboren, studierte er von 1960 bis 1968 Theaterwissenschaften, dann Kunstgeschichte und Klassische Archäologie in München, Florenz und Berlin. Er wurde mit einer Arbeit über den italienischen Renaissancekünstler Francesco Granacci promoviert. Nach fünf Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit am Kunsthistorischen Institut in Florenz kam er 1975 an die Staatsgalerie Stuttgart als Referent für das 19. Jahrhundert, ab 1978 zusätzlich als Baureferent für die 1984 eröffnete Neue Staatsgalerie von James Stirling. Von April 1994 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im November 2006 war er Direktor der Staatsgalerie Stuttgart. Als Berater für in- und ausländische Museumsprojekte und Mitglied renommierter Verbände wie der international besetzten Bizot-Group, des Leipziger Kreises oder des Museumsbeirats der Sammlung Schäfer trug er zum Ansehen der Staatsgalerie bei. Christian von Holst wurde 1997 zusammen mit Ulrike Gauss der Schillerpreis der Stadt Marbach verliehen, 2005 wurde er zum Chevalier dans l’Ordre des Lettres et des Arts ernannt. Die neunmonatige Pro bono Studie mit der Unternehmensberatung Mc Kinsey (1997/98) hatte als Ergebnis ein zeitgemäßes Museumskonzept, das damals neue Formate der Öffentlichkeitsarbeit entwickelte wie etwa die Einführung einer „Langen Nacht“ im Museum. Unter dem Label „Stuttgarter Aufbruch – Neuausrichtung der Staatsgalerie“ erregte diese Initiative großes überregionales Aufsehen. 

Als Kurator für das 19. Jahrhundert widmete sich Christian von Holst besonders der wissenschaftlichen Positionierung des Schwäbischen Klassizismus, u.a. mit Ausstellungen zu dem bedeutenden Hofbildhauer und Schillervertrauten Johann Heinrich Dannecker (1987), von dem die Staatsgalerie eine exquisite Sammlung besitzt, dem Landschaftsmaler Joseph Anton Koch (1989) und dem „Schwäbischen Klassizismus zwischen Ideal und Wirklichkeit“ (1993). Unter seiner Ägide als Direktor präsentierte die Staatsgalerie mit insgesamt 78 Ausstellungen ein umfangreiches und vielfältiges Programm, u.a. mit Ausstellungen zu "Leiblicher Logos. 14 Künstlerinnen aus Deutschland" (1995), Paul Gauguin (1998), Franz Marc (2000, kuratiert von Christian von Holst), Edouard Manet und die Impressionisten (2002) und Claude Monet (2006, kuratiert von Christian von Holst und Christofer Conrad). Viele dieser Ausstellungen erfreuten sich großer Besucherresonanz, besonders die Präsentationen zu Gauguin (268.000 Besucher), Manet (283.809 Besucher) und Monet (278.174).

Während der Amtszeit von Christian von Holst konnten zentrale Erwerbungen getätigt werden, die sowohl das Profil der Gemälde- und Skulpturensammlung als auch das der Graphischen Sammlung und der Kunstarchive stärkten. Stellvertretend seien mit „Adam und Eva“ eine Tonskulptur von Max Beckmann (1939) und das frühe Gemälde von Yves Tanguy („La Main dans les Nuages“, 1927) genannt; für den (damals) zeitgenössischen Bereich die Neonarbeit „Welcome“ von Bruce Nauman (1985) und die partizipative Installation „Ausstellungsbesucher 1:9 6“ von Karin Sander (2002). Die Kunstarchive erhielten mit dem theoretischen Nachlass von Adolf Hölzel eine weitere wichtige Facette und die Graphische Sammlung u.a. mit Picassos Zeichnung „Geneigter Frauenkopf“ (1906) zu dem Sammlungsgemälde gleichen Titels.

Christian von Holst ist nicht nur innerhalb seines Forschungsschwerpunktes zum 19. Jahrhundert nach wie vor publizistisch aktiv, vor allem engagiert er sich auch öffentlich für die städtebauliche und kulturelle Zukunft Stuttgarts und bezieht Stellung zu Themen wie die Opernsanierung oder die Zukunft der Stadtautobahn B 14.

Pressebild

Prof. Dr. Christian von Holst, © von Holst
Prof. Dr. Christian von Holst mit der Familie 1942, © von Holst
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