Ausstellungsvorschau 2021 – 2024

Giovanni Anselmo, Torsione (Drehung), 1968, Staatsgalerie Stuttgart © the artist, courtesy Archivio Anselmo

Presse:

Dr. Helga Huskamp
Pressesprecherin
T +49 711 470 40-275
sgs_presse@remove-this.staatsgalerie.bwl.de

Pressetext

Liebe Pressevertreterinnen, liebe Pressevertreter,

heute senden wir Ihnen unsere Ausstellungsvorschau für das Jahr 2021 sowie alle Highlights bis 2024.

 

 

2021

Angespannte Zustände

Ab 12.2.2021

Seit einiger Zeit prägen angespannte Zustände unseren Alltag. Ob es sich um Ausgangssperren, Gewalt oder der Suche nach der eigenen Identität handelt, wir sind ständig dabei, uns neu zu orientieren. Auf die Verletzlichkeit und Verwirrung, die in Kontrollen, Rassendiskriminierung und Ausgrenzung stecken, nehmen Künstlerinnen und Künstler Bezug. Sie stellen die Unsicherheit und Instabilität, die wir täglich erleben, in ihren Werken dar.

Die neue Sammlungspräsentation konfrontiert zeitgenössische Positionen aus der privaten Sammlung Scharpff-Striebich mit Werken aus dem 20. Jahrhundert aus dem eigenen Bestand der Staatsgalerie, die erst durch den retrospektiven Blick eine solche Aktualität gewinnen und die Komplexität und Widersprüchlichkeit unserer Gesellschaft hervorheben.

Zu sehen sind Werke u.a. von Kathryn Andrews, Giovanni Anselmo, Phylida Barlow, Julian Charrière, Cameron Clayborn, Jesse Darling, Mark Dion, Marguerite Humeau, Sergej Jensen, Rashid Johnson, Edward Kienholz, Kapwani Kiwanga, Simone Leigh, Tony Lewis, Zoe Leonard, Urs Lüthi, Bruce Nauman, Hermann Nitsch, Marcel Odenbach, Yoko Ono, Sterling Ruby, Cindy Sherman, Katharina Sieverding, Kiki Smith, Diamond Stingily, Rosemarie Trockel und Anna Uddenberg. Wir danken dem offenen Depot der Sammlung Carolin Scharpff-Striebich für die Unterstützung mit Leihgaben.

Wir danken Carolin Scharpff-Striebich für die aktive Weiterführung des Offenen Depots sowie ihre finanzielle und konzeptuelle Unterstützung des Projekts.

Ausstellungskonzeption

Dr. Alessandra Nappo

 

 

Joseph Beuys. Der Raumkurator

26.3. – 18.7.2021

Joseph Beuys war ein charismatischer Künstler mit einem Gestaltungswillen, der an den Grenzen von Institutionen und Museen keinen Halt machte. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys widmet die Staatsgalerie dem Künstler eine Ausstellung, die sich mit seinen Präsentationsweisen seiner Arbeiten auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist der Beuys-Raum in der Staatsgalerie, den der Künstler im Jahr 1984 selbst eingerichtet hat. Bis heute ist der Raum unverändert.

Neben seinem eigenen Raumensemble hat der Künstler zur Eröffnung der Neuen Staatsgalerie auch spektakulär in die Präsentation der Sammlung eingegriffen, in dem er die weltberühmten Figurinen von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett auf hohe Sockel stellte. Ein bewusster, provozierender Akt des Künstlerkurators Beuys, den die Ausstellung rehistorisierend zeigen wird. Die Ausstellung zeichnet Beuys sensibles Arbeiten zwischen Werk, Betrachter und Museumsraum auch anhand von Fotografien, Filmaufnahmen und Objekten nach.

Ausstellungskonzeption

Dr. Ina Conzen, Dr. Nathalie Frensch, Assistenz: Dr. Jens-Henning Ullner

 

 

Trotz Allem. Fred Uhlman – ein jüdisches Schicksal

7.5. – 5.9.2021

Anlässlich des Jubiläums 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland stellt die Staatsgalerie einen bislang zu wenig beachteten, »verlorenen Sohn« Stuttgarts in den Fokus.

Fred Uhlman wurde 1901 in Stuttgart geboren und arbeitete hier ab 1927 als Rechtsanwalt. Im März 1933 musste er ins Exil nach Frankreich flüchten. 1935 begegnete er seiner zukünftigen Frau Diana Croft und zog mit ihr 1936 nach London. Bereits in Frankreich hatte Uhlman 1934 als Autodidakt mit der Malerei begonnen und setzte dies nun erfolgreich in England fort. Im Juni 1940 wurde er verhaftet und für sechs Monate auf der Isle of Man interniert, wo er Kurt Schwitters begegnete. Dort entstand der Zyklus »Captivity«, gezeichnet in schwarzer Feder und grauem und schwarzem Pinsel. In dieser Serie stellt Uhlman düstere, symbolische sowie vor allem antikirchliche Visionen der gegenwärtigen und kommenden Zeit und ihrer Gräuel auf den Schlachtfeldern dar - ein moderner »Totentanz«. Hoffnung verschaffen teilweise Blumen, die aus Grabhügeln und Schädeln wachsen, sowie ein kleines Mädchen mit einem Luftballon, das durch einige der apokalyptischen Szenen wandert: Auf einigen der Blätter findet sich die Widmung an seine am 3. Juli 1940 geborene Tochter.

1950 schenkte Fred Uhlman, der 1985 in London starb, der Staatsgalerie 38 Zeichnungen aus diesem Zyklus. 1960 erschien seine Autobiographie »The Making of an Englishman« (deutsch »Erinnerungen eines Stuttgarter Juden«), in das Exemplar, das er dem Stuttgarter Rathaus schenkte, schrieb er handschriftlich die Widmung »Der Stadt Stuttgart. Trotz Allem«.

Unsere Ausstellung im Graphik-Kabinett stellt nun erstmals diese Werke in Stuttgart vor. Anhand eines Begleitprogrammes soll nicht nur exemplarisch das Schicksal so vieler jüdischer Künstlerinnen und Künstler während der NS-Zeit in den Blick genommen werden, sondern auch die Bedeutung jüdischer Kultur in Deutschland aus zeitgenössischer Perspektive diskutiert werden.

Ausstellungskonzeption

Dr. Corinna Höper, Johanna Poltermann

 

 

2021/22

Rubens

22.10.2021 – 20.2.2022

Peter Paul Rubens (1577 - 1640) gilt als erfolgreichster Maler des Barocks. Seine Werke zeichnen eine eindrucksvolle, farbenprächtige Bildsprache mit hohem Wiedererkennungswert aus. Bereits Rubens' Zeitgenossen sind bereit, Höchstpreise für seine Werke zu zahlen. Doch wie gelingt es ihm, zu einem Maler aufzusteigen, der in ganz Europa gefeiert wird?

Die Ausstellung zeigt, wie Rubens in Italien das Fundament für seinen späteren Erfolg legt: Er ist in Italien sowohl für den Herzogshof in Mantua als auch für die mächtigen Dogenfamilien in Genua tätig. Kontinuierlich erweitert er in den Jahren 1600 bis 1608 sein Netzwerk und gewinnt einflussreiche Adelige, Gelehrte und Diplomaten als Förderer. Zugleich nutzte er seine italienischen Jahre, um in Rom und andernorts die Kunst der Antike und Renaissance zu studieren.

Mit dem Doppelbildnis »Alte Dame mit jungem Mädchen« besitzt die Staatsgalerie eines der wenigen Porträts, die Rubens für die mächtigsten Familien der Republik Genua fertigt. Es gilt bislang als einziges Rubensoriginal in der Sammlung. Inzwischen aber gibt es Hinweise, dass zwölf weitere Werke, die mit dem frühen Rubens, seinem Italienaufenthalt und den Anfängen seiner großen Werkstatt in Antwerpen in Verbindung stehen, auch Originale sein könnten.

Die Forschungskampagne zu diesen Gemälden ist Anlass für die Ausstellung, die an die 100 Gemälde und Arbeiten auf Papier aus eigenem Bestand und Leihgaben aus Privatsammlungen und Museen zeigt.

Ausstellungskonzeption

Dr. Sandra-Kristin Diefenthaler mit Prof. Dr. Nils Büttner als Gastkurator

 

 

2022

Schlemmer on Stage. Das Triadische Ballett auf der Bühne der Gegenwartskunst

Triaden, raumbehexte Wesen, theatralische Abenteuer - Oskar Schlemmers heute weltbekanntes Triadisches Ballett feiert 1922 im Württembergischen Landestheater in Stuttgart seine Uraufführung. Das Publikum schwankt zwischen Entsetzen und Euphorie, die Zeitungskritiken sind vernichtend.

100 Jahre nach diesem Ereignis zeigt sich eine anhaltende Faszination an der außergewöhnlichen Ideenwelt des Bauhaus-Künstlers, die bis in die Gegenwartskunst wirkt. Schlemmers Überlegungen zum menschlichen Körper in Bewegung, seine frühen Bühnenkonzepte und exzentrischen Bauhaus-Choreographien werden in der Ausstellung mit zeitgenössischen Performances und Installationen konfrontiert. Im kritischen Blick der Gegenwart offenbart Schlemmers ikonisches Werk der Moderne seine Relevanz und Aktualität. Ausstellungskonzeption

Dr. Susanne Kaufmann

 

 

2023/24

Amedeo Modigliani

24.11.2023 – 17.3.2024

Mit nur 35 Jahren starb Amedeo Modigliani im Jahr 1920. Trotz des frühen Todes hinterließ er ein umfangreiches künstlerisches Werk als Bildhauer und Maler. Dabei widmete er sich fast ausschließlich dem Menschen als Motiv. Berühmt sind seine Porträts ebenso wie die weiblichen Akte, die zwar seit 100 Jahren zum Kunstkanon der Moderne gehören, heute aber in ihrem Frauenbild wieder neu befragt werden.

Die Ausstellung stellt den Gemälden und Papierarbeiten des Italieners Werke unter anderem von Gustav Klimt, Egon Schiele oder Ernst Ludwig Kirchner gegenüber. Erstaunliche Parallelen werden sichtbar, genauso wie die Außergewöhnlichkeit von Modiglianis Kunst.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Museum Barberini statt, wo sie vom 26.4.2024 bis 18.8.24 zu sehen sein wird.

Ausstellungskonzeption

Prof. Dr. Christiane Lange, Dr. Nathalie Frensch, Dr. Ortrud Westheider

Pressebilder

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Bildrechte noch nicht alle Pressebilder zum Download bereit gestellt werden können.

Zur Ausstellung »Angespannte Zustände«: Giovanni Anselmo, Torsione (Drehung), 1968, Staatsgalerie Stuttgart, © the artist, courtesy Archivio Anselmo
Zur Ausstellung »Rubens«: Peter Paul Rubens, Alte Dame mit jungem Mädchen, um 1605 / 06, Staatsgalerie Stuttgart
Zur Ausstellung »Amedeo Modigliani«: Amedeo Modigliani, Bildnis Chaim Soutine (Portrait de Chaim Soutine), 1915
nach oben