Ausstellungsvorschau 2019/2020

Grafik von Oskar Schlemmer
Oskar Schlemmer, Tänzerin, 1922/23, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung

Presse:

Kristina Buckel
Pressereferentin
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Pressetext

Drucksache Bauhaus
20.3. bis 19.7.2020

Eine »Neue Europaeische Graphik« zu formen, das hatten Lyonel Feininger und Walter Gropius im Sinn, als sie im Jahr 1921 aus dem Bauhaus in Weimar europaweit die Künstler der Avantgarde aufriefen, gemeinsam ein Mappenwerk der Druckgraphik entstehen zu lassen. Ihrem Aufruf folgten 45 Künstler, die sich teilweise zuvor noch als Feinde im Krieg gegenüberstanden.

Willi Baumeister, Max Beckmann, Umberto Boccioni, Marc Chagall, Giorgio de Chirico, Erich Heckel, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Kurt Schwitters, Gino Severini - jeder für sich ein Avantgardist. Gemeinsam vertraten sie die verschiedenen Strömungen der europäischen Moderne. Über ihre druckgraphischen Arbeiten in einem Mappenwerk konnte die Idee der Moderne international vervielfältigt, verbreitet und Sammlern preiswert zum Kauf angeboten werden.

Die Staatsgalerie zeigt in der Ausstellung ihr Bauhaus Mappenwerk und ergänzt es um druckgraphische Arbeiten weiterer Bauhausmeister. Erweitert wird der Blick durch den, der Ausstellung vorgeschalteten »Stuttgarter Prolog«, der sich Adolf Hölzel und Ida Kerkovius widmet. Hölzel war Lehrer von Johannes Itten und Oskar Schlemmer, Kerkovius seine Assistentin, die von 1921 bis 1923 am Bauhaus in Weimar studierte. Vieles der späteren Lehre in Weimar findet sich bereits bei Adolf Hölzel.

Vor allem aber zeigt die Ausstellung die Druckgraphik als künstlerisches Medium der europäischen Avantgarde. Im Bauhaus Jubiläumsjahr 2019 waren die Bauhaus Mappen aus der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart zu Gast in National Gallery Ireland, Dublin.

 

Ida Kerkovius
Die ganze Welt ist Farbe
20.3. bis 19.7.2020

"Meine Welt ist die Farbe, in ihr kann sich meine Phantasie ganz entfalten" war das Leitmotiv von Ida Kerkovius (1879‒1970). Unter den rund 20 Schülerinnen von Adolf Hölzel an der Stuttgarter Akademie, ragt die »Kerko«, wie sie genannt wurde, besonders hervor. Schon 1903 war sie bei dem großen Lehrer in Dachau, ab 1908 dann bei ihm in Stuttgart. Hölzel, der sie später zu seiner Assistentin machte, wusste ihre Eigenheit zu schätzen: "Sie macht meine Lehre, aber komisch, sie macht ganz andere Sachen."

Zwischen 1920 und 1923 studierte die Künstlerin in den Wintersemestern am Bauhaus in Weimar, wo sie besonders die Lehren von Wasily Kandinsky und Paul Klee inspirierten. Trotz der verschiedenen Einflüsse betonte sie immer, dass sie nicht nur einem Stil folge: "Ich bekenne mich zu keiner Kunstrichtung, sondern bin immer bestrebt wie am Anfang meiner Entwicklung, den Gefühlen, die in mir leben, Gestalt, Qualität und Ausdruck zu geben."

Die Weigerung, sich einem verbindlichen Stil unterzuordnen ermöglichte ihr, immer wieder neu mit den bildnerischen Mitteln und der Farbe umzugehen. Sie entwickelte, gerade in ihren Pastellarbeiten, eine eigenständige emotionale, farbenprächtige Bildsprache, die den Betrachter auf einer sinnlichen Wahrnehmungsebene mit einbezieht.

 

Mit allen Sinnen!
Französische Malerei
16.10.2020 bis 7.3.2021

Seit den 1860er Jahren entwickelt ein kleiner Kreis befreundeter junger Künstler um Claude Monet, Camille Pissarro und Auguste Renoir eine völlig neue Art der Malerei. Als Impressionismus ist die zum Synonym für eine ganze Epoche der Kunst des 19. Jahrhunderts geworden. Mit schnell und direkt vor dem Motiv realisierten Gemälden werden neue Themen und Wahrnehmungen künstlerisch darstellbar. Scheinbar alltägliche Szenen und vermeintlich belanglose Landschaften entwickeln sich vor den Augen des Betrachters zu lebendigen Ereignissen. Der Moment des Malens und der Augenblick der Betrachtung scheinen untrennbar zu sein.

Dank einer Auswahl von etwa 80 selten bis nie ausgestellten Leihgaben aus Privatbesitz, welche ihre eigenen Bestände ergänzen und abrunden, kann die Staatsgalerie mit dieser Ausstellung die ganze Entwicklungsgeschichte dieser Epoche nachvollziehbar machen. Neben Werken der einschlägigen Künstler wie Manet, Renoir, Monet, Pissarro, Sisley und Degas sind auch Arbeiten von Berthe Morisot, Mary Cassatt, Gustave Caillebotte, Jean-Louis Forain und Paul Gauguin zu sehen.

Durch ihre besondere Präsentation und überraschende Kontextualisierung der Werke ermöglicht die Ausstellung einen neuen, konzentrierten und intimen Blick auf vermeintlich Bekanntes und lädt durch Düfte, Klang- und Rauminstallationen zum Verweilen und Entdecken ein.

 

Noch laufende Ausstellungen

Banksy Love is in the Bin
7.3.2019 bis 2.2.2020

Tiepolo
Der beste Maler Venedigs
11.10.2019 bis 2.2.2020

La Serenissima
Zeichenkunst in Venedig vom 16. bis 18. Jahrhundert
11.10.2019 bis 2.2.2020

 

Sonderveranstaltungen

Podiumsgespräch
»Von der Straße ins Museum. Ein Jahr Banksy in der Staatsgalerie.«
Mittwoch, 29. Januar 2020, 18.30 Uhr, Eintritt frei

Noch bis Anfang Februar wird »Love is in the Bin« in der Sammlung der Staatsgalerie zu sehen sein. Zum Abschluss des Banksy Jahres hat die Staatsgalerie renommierte Kunsttheoretiker und -kritiker sowie Kuratoren eingeladen, gemeinsam die Diskussion um Banksy in der Staatsgalerie zu führen.

 

 

Mit freundlicher Unterstützung

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Oskar Schlemmer, Tänzerin, 1922/23, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung
Edgar Degas, Zwei Tänzerinnen (Danseuses au Repos I Dancers at rest), 1874, Leihgabe aus Privatbesitz
Ida Kerkovius, Pastell II auf Grün, 1960, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung © Kerkovius Archiv Wenelstein
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