Ausstellungseröffnung

»Mit allen Sinnen! Französischer Impressionismus«

Pierre-Auguste Renoir, Das Gewächshaus, um 1876, Leihgabe aus Privatbesitz, Foto: © Staatsgalerie Stuttgart

Presse:

Dr. Helga Huskamp
Pressesprecherin
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Pressetext

Heute eröffnete die Staatsgalerie ihre neue, große Publikumsausstellung »Mit allen Sinnen! Französischer Impressionismus«. Anstelle eines Eröffnungsabends lädt die Staatsgalerie die Öffentlichkeit zu einem Nachmittag mit freiem Eintritt ein. Staatssekretärin Petra Olschowski schickte ein digitales Grußwort, das zusammen mit den weiteren Eröffnungsreden dem Publikum auf Bildschirmen präsentiert wird.

Vor dem Hintergrund der Covid-19 Pandemie verzichtet die Staatsgalerie auf die übliche Abendveranstaltung ihrer neuen, großen Publikums-ausstellung zum Impressionismus und lädt bei freiem Eintritt zu einem Eröffnungsnachmittag ein.

Die Ausstellung heißt ihre Besucherinnen und Besucher willkommen, um sich ganz auf das sinnliche Sehen und Erleben bei der impressionistischen Malerei einzulassen. Seit den 1860er-Jahren entwickelt ein kleiner Kreis befreundeter junger Künstler um Claude Monet, Camille Pissarro und Auguste Renoir eine völlig neue Art der Malerei. Mit schnell und direkt vor dem Motiv realisierten Gemälden entwickeln sich scheinbar alltägliche Szenen und Landschaften vor den Augen des Betrachters zu lebendigen Ereignissen. Der Moment des Malens und der Augenblick der Betrachtung scheinen untrennbar zu sein.

Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie sagt: »Diese Ausstellung kommt aus meiner Sicht genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Kraft der Malerei und die sinnliche Schönheit der Bilder spricht einfach für sich und wird uns allen, gerade in diesem Herbst, viel Freude bereiten. Erstmals gehen wir mit dieser Sonderausstellung ganz bewusst aus der Stirling-Halle heraus in die oberen Ausstellungsräume, dort wo Tageslicht ist. Für die Freiluftmalerei der Impressionisten gibt es kein schöneres Licht.«

Manets Flieder ist ebenso »riechbar« wie Degas' körperliche Sinnlichkeit in der Selbstverliebtheit der Tänzerinnen »spürbar« und Gauguins gleißendes Sonnenlicht bei den Heuerinnen »hörbar« ist. Dr. Christofer Conrad, Kurator der Ausstellung sagt: »Bei der Ausstellung haben wir uns nicht von einer kunstwissenschaftlichen These leiten lassen. Wir haben vielmehr untersucht, welche Sinne »unsere« Gemälde und Papierarbeiten und die Leihgaben besonders ansprechen. Wir unterstreichen damit die Modernität und Zeitgenossenschaft der impressionistischen Malerei.«

Mit 60 Exponaten, von denen 33 aus anonymen Privatsammlungen kommen und bisher selten bis noch nie ausgestellt worden sind, zeigt die Ausstellung Werke von Manet, Renoir, Monet, Pissarro, Sisley und Degas sowie von Berthe Morisot, Gustave Caillebotte, Jean-Louis Forain und Paul Gauguin.

Ein besonderes Augenmerk gilt der amerikanischen Impressionistin Mary Cassatt. Dazu sagt Dr. Christofer Conrad, Kurator der Ausstellung: »Die Amerikanerin Mary Cassatt ist eine so starke und eigenständige Stimme im weitgehend männlich dominierten Chor der Impressionisten. Ihr Werk ist auf dem europäischen Kontinent viel zu wenig bekannt. Deshalb freue ich mich besonders darauf, ihr Hauptwerk Lesende Frau in der Ausstellung zeigen zu können.« Dank einer langfristig angelegten Kooperation mit den privaten Leihgebern kann die Staatsgalerie deren Bestände französischer Malerei des 19. Jahrhunderts in wechselnden Konstellationen auch zukünftig im Rahmen ihrer Sammlungs- und Ausstellungsprojekte präsentieren.

Neben den Meisterwerken aus privaten Sammlungen sind auch zwei Leihgaben aus dem Pariser Musée Marmottan Monet zu sehen.

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