Georges Rouault
Wege der Menschlichkeit

18.11.2022 – 26.2.2023

Georges Rouault, Herr, erbarme Dich meiner nach Deiner großen Barmherzigkeit, 1923 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e.V. © VG Bild-Kunst 2022
Georges Rouault, Herr, erbarme Dich meiner nach Deiner großen Barmherzigkeit, 1923 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e.V. © VG Bild-Kunst 2022

Charlotte Kreuter
Pressesprecherin

T +49 711 470 40-227

 

Georg Rothe
Referent für Medien und Kommunikation

T +49 711 470 40-457

 

presse@remove-this.staatsgalerie.bwl.de

Pressetext

Wege der Menschlichkeit in Zeiten des Kriegs? Der französischen Maler Georges Rouault gibt aus seiner Sicht Antworten: Kein anderer Künstler hat im 20. Jahrhundert in einem druckgraphischen Werkkomplex dem Schmerz, Leid und der Torheit der Menschen bildlich und metaphorisch im Hinblick auf das Vertrauen in einen Christus im humanistischen Sinne eine derart kraftvolle, nachhallende Stimme gegeben. Sie ruft zu einer übergeordneten religiösen Verantwortung des Menschen im Glauben, in Hoffnung und Liebe auf, fernab aller Auslegungen der institutionellen Kirchen. Die während des Ersten Weltkriegs entstandenen, 1948 mit den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs publizierten Radierungen sind angesichts heutiger Gräuel zeitlos aktuell: »Der Friede scheint kaum zu regieren über einer von Schatten und ihresgleichen geängstigten Welt« schreibt Rouault in seinem Vorwort zu »Miserere«, einer Folge von 58 Radierungen, die der künstlerische Mittelpunkt seines Schaffens und somit sein Vermächtnis sind.

Erste Tuschpinselzeichnungen zum »Miserere« entstehen bereits ab 1912 als Reaktion auf den Tod des Vaters, später werden sie fotomechanisch auf Kupferplatten übertragen. Diese bearbeitet der Künstler intensiv und immer wieder erneut mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien: Aquatinta, d.h. Ätzungen mit Pinsel und Rolle, Kaltnadel, Roulette, Polierstahl u.a. Der Druck der Radierungen erfolgt zwischen 1922 und 1927. Der Tod seines Verlegers Ambroise Vollard und der Zweite Weltkrieg verzögern die Publikation, das »Miserere« erscheint schließlich 1948.

Pressebilder

Georges Rouault, Miserere, Blatt 1, Herr, erbarme Dich meiner nach Deiner großen Barmherzigkeit, 1923 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 3, Immer wieder gegeißelt..., 1922 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 7, Und halten uns für Könige, 1923 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 8, Wer zeigt sein wahres Gesicht?, 1923 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 20, Unter einem Kreuz, das hier vergessen wurde, 1926 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 27, Auch die Dinge haben ihre Tränen..., 1926 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 34, Selbst die Ruinen sind untergegangen, 1926 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 37, Der Mensch ist des Menschen Feind, 1926 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 44, Geliebte Heimat, wo bist Du?, 1927 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 47, Aus der Tiefe..., 1927 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
Georges Rouault, Miserere, Blatt 58, Durch Seine Wunden sind wir geheilt, 1922 (1948), Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e. V. © Staatsgalerie Stuttgart
nach oben