Joseph Beuys.
Der Raumkurator

26.3.2021 – 18.7.2021

Lothar Wolleh, Joseph Beuys im Moderna Museet, Stockholm (vor seiner Arbeit »Plastischer Fuß Elastischer Fuß«), 1971, © Lothar Wolleh Estate Berlin; für Joseph Beuys, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Presse:

Dr. Helga Huskamp
Pressesprecherin
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Pressetext

Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys widmet die Staatsgalerie dem Künstler eine Ausstellung, die sich mit seinen Präsentationsweisen seiner Arbeiten auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist der Beuys-Raum in der Staatsgalerie, den der Künstler im Jahr 1984 selbst eingerichtet hat. Über Fotografien, Filme und Objekte zeichnet die Ausstellung Beuys' sensibles Kuratieren seines Werkes in der Auseinandersetzung mit Betrachter und Museumsraum nach.

Joseph Beuys war ein charismatischer Künstler mit einem Gestaltungswillen, der an den Grenzen von Institutionen und Museen keinen Halt machte. Seine Aktionen fanden deshalb häufig außerhalb des Museums statt, denn letztlich ging es ihm darum, durch Kunst die Gesellschaft zu gestalten. Wenn Beuys dennoch in Museumsräumen arbeitete, so eignete er sich die Räume in einer Weise an, die mit den Konventionen der Institution radikal brach.

Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys widmet die Staatsgalerie dem Künstler eine Ausstellung, die sich mit seinen Präsentationsweisen seiner Arbeiten auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist der Beuys-Raum in der Staatsgalerie, den der Künstler im Jahr 1984 selbst eingerichtet hat. Bis heute ist der Raum unverändert, so dass die Besucherinnen und Besucher ganz ursprünglich Beuys' Thema der Gegenüberstellung zweier Pole, das "Chaotisch-Willensmäßige" versus das "Gedanklich-Formmäßige", erleben. Zwischen beiden besteht ein permanenter Energiefluss, der sich nach Beuys' Verständnis auf den Betrachter übertragen und ihn anregen soll, sich seiner eigenen kreativen Fähigkeiten in sozialer, geistiger oder künstlerischer Form bewusst zu werden.

Beuys' Präsentationen zielten auf ein neues Verhältnis von Werk, Betrachter und Museumsraum. Ganz wesentlich geht es ihm darum, die Distanz von Werk und Betrachter aufzulösen, indem der Besucher durch das Umschreiten von Objekten und das Betreten von Installationen zu einem Teil des Werkes wird. Der Museumsraum verwandelt sich in einen von Beuys sorgfältig inszenierten Rahmen dieser Erfahrung von Unmittelbarkeit und Beteiligung.

Der Name Beuys ist mit der Staatsgalerie eng verbunden. Neben seinem eigenen Raumensemble hat der Künstler zur Eröffnung der Neuen Staatsgalerie auch spektakulär in die Präsentation der Sammlung eingegriffen, in dem er die weltberühmten Figurinen von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett auf hohe Sockel stellte. Ein bewusster, provozierender Akt des Künstlerkurators Beuys, den die Ausstellung re-historisierend zeigen wird.

Die Ausstellung zeichnet Beuys sensibles Arbeiten zwischen Werk, Betrachter und Museumsraum auch anhand von Fotografien, Filmaufnahmen und Objekten nach. Die historischen Filmaufnahmen, die den Künstler bei der Arbeit im Museum und an einzelnen Objekten und Environments zeigen, vermitteln den Besucherinnen und Besuchern einen Eindruck von Beuys´ künstlerischer Arbeit und sind zugleich wichtige Zeugnisse für die Genese der ausgestellten Werke.

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