»Schaufenster Sohm VI«

herman de vries

herman de vries, catalogue incomplète d'exposition compète de luang-parabang, 1976, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Sohm, © herman de vries

Der Niederländer herman de vries (*1931) ist der Naturphilosoph unter den Künstlern.

Als Kind bereits stark an Pflanzen interessiert, wird er Botaniker und arbeitet bis 1969 in der Forschung. Seit den 1950er - Jahren befasst er sich zugleich intensiv mit Bildender Kunst, Philosophie und Poesie. Die Wissenschaft allein kann, so seine Überzeugung, den Menschen zum Wunder des Seins, den Offenbarungen der Natur nicht hinführen.

In Ablehnung der expressiven informellen Malerei schließt sich herman de vries in den 1960er-Jahren den Künstlern der ZERO-Gruppe und der Konkreten Poesie an. Diese machen die Grundelemente visueller Kommunikation zum Bildthema. Dabei spielt für de vries der Zufall eine zentrale Rolle. So, wie die Evolution in der Natur dem Prinzip des Zufalls die Chance ewigen Wandels verdankt, entfaltet ein Muster in zufallsbestimmten Serien unendliche Vielfalt.

Sein Credo »natur ist kunst« und »meine poesie ist die welt« bringt herman de vries mit langen Reihen penibel geordneter und liebevoll verwahrter, oft auch zeichnerisch oder fotografisch dokumentierter Realien zur Anschauung. Es ist seine ureigene, von tiefer Spiritualität geprägte »vereinigung von kunst und wirklichkeit«. Letztere umfasst schlichtweg alles: vom Laubfall eines Baumes bis hin zur Gesamtheit einer Stadt in Laos.

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