»Schaufenster Sohm VII«

Hansjörg Mayer

Hansjörg Mayer, aus: döhl – kirchberger – mayer: programm typografie 2, 1967: Reinhard Döhl
Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Sohm, © Hansjörg Mayer

Eine der schönsten Charakterisierungen des Druckers und Künstlers – des Druckkünstlers – Hansjörg Mayer lautet: »Typoet«. Seine Druckerzeugnisse der 1960er-Jahre sind 'Konkrete Typoesie'.

1943 in Stuttgart geboren, schlägt er schon als Kind in der Druckerei seines Großvaters berufliche Wurzeln, lässt sich später in den verschiedensten Printverfahren ausbilden, absolviert ein Graphikstudium. 1961 bereits gibt er sein druckkünstlerisches Debüt und empfiehlt sich damit den international vernetzten Künstlern der Konkreten Poesie: der »Stuttgarter Gruppe« um den Philosophen Max Bense sowie ihren Mitstreitern in Europa und Übersee. Mayers »Erstes Alphabet« ist ein typographisches Experiment, das die einzelnen Lettern von »a« bis »z« als strenge, doch spielfähige Figuren auf weißem Grund nach Zufallskriterien ausformt. Wie sich Buchstabe und Wort zu ihren Erscheinungsflächen verhalten, wird zu Mayers zentralem Thema der 1960er-Jahre.

Im Schaufenster Sohm VII stellen wir mit 26 Blättern drei seiner prachtvolI-kargen, quadratischen Mappen-Editionen um 1965 vor. Der Fokus liegt auf der Konkreten Poesie im Umfeld der »Stuttgarter Gruppe«, der »konkreten poesie international« sowie auf Mayers »zweckfreier Typografie«.

Hansjörg Mayers verlegerische und künstlerische Arbeit indes geht weit über die Konkrete Poesie hinaus; Dieter Roths Künstlerbücher etwa sind auch Mayers Werk.

Hansjörg Mayer, konkrete poesie international, 1965: Cover, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Sohm, © Hansjörg Mayer
Hansjörg Mayer, aus: 13 visuelle texte, 1965: Franz Mon, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Sohm, © Hansjörg Mayer
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