Über die Restaurierung
In unserem Schauatelier Wüstenrot Stiftung wurden zwischen Juni 2025 und Ende Februar 2026 vier Werke von Emil Nolde materialwissenschaftlich und kunsttechnologisch untersucht sowie konservatorisch als auch restauratorisch bearbeitet.
Die Dipl.-Restauratorinnen Lena Bühl und Dr. Carolin Heinemann befassten sich intensiv mit den Werken und ihrer kunsttechnologischen Stellung im Œuvre des Malers. Im Zuge der wissenschaftlichen Untersuchungen wurden strahlendiagnostische Verfahren zur Untersuchung der Oberflächen und verborgener Schichten sowie der verwendeten Farbmittel angewendet. Zudem wurden Faseranalysen durchgeführt, um das Bildträgermaterial zu bestimmen. Kunsttechnologische Untersuchungen gaben Aufschluss über die individuelle Malweise des Künstlers. Die konservatorisch-restauratorischen Maßnahmen umfassten Festigungsmaßnahmen im Bereich der Malschichten und Oberflächenreinigungen. Außerdem wurden die Einrahmungen optimiert und vor Schwingungen schützende Maßnahmen umgesetzt.
Über den Künstler
Emil Nolde (1867-1956) gehört zu den prägendsten Künstlern des Expressionismus. Ausgebildet in München, Dachau (bei Adolf Hölzel) und Paris wird er 1906/07 für kurze Zeit Mitglied der »Brücke« und wenig später auch der Berliner Secession. Sein Werk, das in der Hauptsache Landschaften, Blumenstilleben, Porträts sowie religiöse Motive umfasst, ist durch eine intensive Farbgebung gekennzeichnet, die Nolde an die Grenzen der Abstraktion bringt. 1927 bezieht er ein Haus im nordfriesischen Seebüll – heute Sitz der Nolde-Stiftung – das für ihn zum Lebens- und Arbeitsmittelpunkt wird und in dessen Umgebung er zahlreiche Motive findet.
Problematisch ist Noldes Haltung zum Nationalsozialismus. Ab 1933 bemüht er sich um eine Anerkennung als Staatskünstler und dient sich aktiv dem System an, wobei er wiederholt mit antisemitischen Äußerungen auffällt. Nach dem Krieg arbeitet Nolde, der ab 1937 aufgrund seiner Malweise als »entarteter« Künstler gilt, jedoch vehement an seiner eigenen Legende, in der er sich als Opfer der NS-Diktatur stilisiert.
Eine kritische Auseinandersetzung mit der Person Emil Nolde ist aufgrund seiner widersprüchlichen ideologischen Position heute unbedingt geboten, wenngleich die kunsthistorische Bedeutung seines Werkes unbestritten bleibt.
Die Restaurierung wurde ermöglicht von der

Film
Klingt interessant? Dieser Film bietet spannende Einblicke in das Projekt und die sonst für das Publikum verborgenen Tätigkeiten unserer Restauratorinnen.
