Worum es geht
Nach den Krisenjahren ab 1914, die Ernst Ludwig Kirchner zu Alkohol- und Medikamentenmissbrauch sowie zu einer Odyssee durch mehrere Sanatorien geführt hatten, fand er ab Sommer 1918 in Davos endlich eine Heimat und kam zur Ruhe. Vor allem die Natur forderte ihn nun zu neuen künstlerischen Möglichkeiten heraus. Seit Mitte Januar 1919 war auch seine Druckerpresse aus Berlin angekommen: »Ich habe jetzt meine Presse hier und versuche mich in Farbholzschnitten. Wenn einmal etwas Gutes gedruckt ist, sende ich Ihnen davon. Ich muss in die Technik mich erst wieder einarbeiten« schrieb er am 6.2.1919 an Nele van de Velde. Die »Wettertannen« standen an dem Weg, der von Kirchners seit September 1918 bewohnten Hauses »In den Lärchen« auf die Stafelalp führte. Zwischen den hohen dunklen Stämmen und Zweigen der Tannen erscheint der Mensch klein und nichtig gegenüber der Kraft der Natur. Die Arbeit an diesem Farbholzschnitt hat Kirchner mehrfach in seinem Tagebuch im Oktober 1919 dokumentiert. Aus demselben Jahr stammt auch das vergleichbare Gemälde »Bergwaldstämme. Bergtannen« (München Pinakothek der Moderne).
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