Worum es geht
Nackt und schonungslos in seiner Hässlichkeit mit den kurzen Beinen präsentiert George Grosz hier den Rückenakt einer Frau. Die Darstellung entstand 1916, d.h. noch während des Ersten Weltkriegs. Der Künstler, der im November 1914 freiwillig in den Kriegsdienst getreten war, um den mit einer zwangsweisen Einberufung meist verbundenen Fronteinsatz zu vermeiden, wurde schon im Mai 1915 als dienstuntauglich entlassen: »Krieg war für mich Grauen, Verstümmelung und Vernichtung« (George Grosz: Ein kleines Ja und ein großes Nein. Sein Leben von ihm selbst erzählt, Hamburg 1955, S. 101). Die drastische Ansicht nimmt die späteren üblichen Szenen vorweg, die der Künstler mit seiner spitzen Feder vom bunten, hemmungslosen Treiben der Metropole Berlin schilderte, bei Tag und bei Nacht, auf den belebten Straßen, in den Vergnügungslokalen und Kaffeehäusern sowie den Bordellen. Groteske Übertreibung und Provokation waren Grosz ein Muss in seiner Kunst, mit der er sozial- und gesellschaftskritisch sowie auch politisch dem Großstadtbürgertum gegenübertrat.
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