Vision (Halluzination)

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Worum es geht

Beschreibung

Anregungen durch Werke von Francisco Goya, Max Klinger, Edvard Munch und anderen führten Alfred Kubin in seine Traumwelten, in denen er dem Skurrilen, Grotesken, Absurden bis hin zum alptraumhaften Bösen verpflichtet war. Hier bereitet die lange Flucht des Weges, gepaart aus Natur (Bäume) und Technik (Telegrafenmasten), an dessen Anfang eine fast geisterhafte Gestalt erscheint, dem Betrachter Unbehagen. Kubin bevorzugte die Feder: »Ich verzichtete auf alle Abtönungen und Farben und pflegte ausschließlich die Federzeichnung. Das einfachste Mittel, Striche, Flecken und Punkte, soll den ganzen imaginären Bau der Zeichnung tragen«, schrieb er 1911. Die Zeichnung übersetzte der Künstler in eine Lithographie (Inv. Nr. A 1977/5655,k), die dem Mappenwerk »Leipzig. Künstlerspende für das Deutsche Buchmuseum« beigeben war, das 1922 in Leipzig erschien und durch dessen Erlös der Verbleib der Gutenberg-Bibel in Leipzig gesichert werden sollte. Eine aquarellierte Fassung der Komposition befindet sich in der Ostdeutschen Galerie Regensburg. Die Zeichnung wurde 1937 vor der Beschlagnahmung durch Theodor Musper gerettet, der ab 1930 verantwortlich für das »Graphische Sammlung Stuttgart« genannte Kupferstichkabinett im ehem. Kronprinzenpalais und von 1946 bis 1963 Direktor der Staatsgalerie war. Er nahm sie mit 47 weiteren in einem »Koffer« (so die mündlich überlieferte Legende) mit nach Hause. Später lagerte er sie zum Schutz vor der Bombardierung aus; 1947 wurden sie der Sammlung wohlbehalten vom »Tribunal Militaire du Quartier Général« zurückgegeben.

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