Worum es geht
Albrecht Dürers großer Kupferstich aus der Zeit um 1496 zeigt den Verlorenen Sohn beim Schweinehüten, wie er mit flehentlich gefalteten Händen den Blick zum Himmel erhoben hat, um Gott um Gnade für sein lasterhaftes Leben zu bitten. Nach dem biblischen Gleichnis (Lk 15, 11–32) hatte der Sohn sein väterliches Erbe verprasst und war auf diese Weise im Elend gelandet. Dürers Blatt besticht sowohl durch eine lebensnahe graphische Darstellung bäuerlicher Armut, die sich an vielen Stellen des baufälligen Gehöfts im Hintergrund zeigt, als auch durch ein genaues Naturstudium, wie es an den Schweinen und Ferkeln zu erkennen ist, die sich um die Futtertröge versammelt haben unt. Dürer fokussiert in seiner Darstellung auf den dramatischen Moment der Reue und Umkehr, in dem der Verlorene Sohn zur Einsicht über sein verfehltes Leben gelangt. Nicht zufällig führt dessen Blick denn auch zu dem am Bildrand oben rechts zu sehenden Giebel eines Kirchengebäudes, das für das »Vaterhaus« steht, in das der Sohn zurückzukehren gedenkt.
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