Worum es geht
Für den Mappendeckel in blauem Leder mit Goldprägung zur Vorzugsausgabe von Max Slevogts »Faust-Lithographien«, 1927 in 50 Exemplaren bei Bruno Cassirer in Berlin erschienen, schuf der Künstler diesen Entwurf. Zwei vorausgegangene Entwürfe befinden sich auf Vorder- und Rückseite einer weiteren Zeichnung, dort jedoch noch nicht auf die Ausführung Rücksicht nehmend und daher in Feder auf hellem Papier gezeichnet (Inv. Nr. C 2017/5756,189,b). Die wie geisterhaft wirkende Zeichnung in weißem Pinsel auf schwarzem Papier hingegen denkt bereits die Prägung auf dunklem Grund voraus. Das Programm der Illustrationen, nach dem Muster romantischer Graphikrahmungen, wie man sie beispielsweise auch bei Philipp Otto Runge (1777-1810) oder Eugen Napoleon Neureuther (1806-1882) findet, ist hier komplex, es reicht vom Anfang zum Ende des Dramas, vom »Prolog im Himmel« bis an das Grab, aus dem die Engel »Faustens Unsterbliches« entführen werden.
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