Worum es geht
Die Federzeichnung »Straßenszene mit Zeichner« kann indirekt als Selbstporträt des Künstlers angesehen werden. Hinten links sitzt der Zeichner mit Zigarette im Mundwinkel an einem Tisch, auf dem neben den Utensilien des Kreativen auch eine Weinflasche ins Auge fällt. Er schaut kritisch, mit zusammengezogenen Augenbrauen auf die vor ihm stattfindende Szene und hält sie mit seinem Stift fest: Ein entkleideter, durch eine Flasche als alkoholisiert gekennzeichneter, fies grinsender Mann steht hinter einer ebenfalls entkleideten, zusammengekauerten Frau und bedrängt sie. Der Künstler dokumentiert diese Szene, ohne aktiv einzugreifen. Die Ordnung wiederherzustellen wäre die Aufgabe anderer Berufsgruppen. Den Hintergrund der Szenerie bildet eine Stadtvedute unter einem Sternenhimmel. Letzterer ist auf den zweiten Blick jedoch nicht idyllisch und ruhig, sondern man erkennt gleich drei Monde und Sterne, die bis auf die Erde herunterreichen. Die dort prangenden Kreuze zeigen, dass die Sterne eine weitere, negative Bedeutung haben: Sie stehen für die explodierenden Granaten und das Gefechtsfeuer, das die Nacht ebenfalls erleuchtet hatte.
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