Worum es geht
Nach seiner Studienzeit an den Akademien in Düsseldorf und Breslau schloss sich Otto Gleichmann gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Lotte Giese (1890-1975), 1918 der ein Jahr zuvor gegründeten Hannoverschen Sezession an; seit 1919 lebte er dauerhaft in Hannover. Geprägt durch die Erlebnisse im Ersten Weltkrieg, blieb der Künstler seinem expressiven Stil stets treu, auch später noch, als die Bedrohung durch die Nationalsozialisten begann und eskalierte. Mit vibrierendem, zerhacktem Strich, verzerrt und grotesk erscheinen die Personen in diesem Aquarell von 1919 im Großstadtgewimmel, über dem die Sonne wie ein spinnenartiges Tier leuchtet. Gleichmanns Kompositionen suggerieren ein »Welttheater«, vergleichbar dem eines Max Beckmann (1884-1950). Während des Dritten Reiches hörte das Künstlerpaar Gleichmann-Giese mit dem Malen auf, ein Großteil ihres Werkes wurde während der Luftangriffe auf Hannover 1943 vernichtet.
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