Worum es geht
Ludwig Meidners Selbstbildnisse zeugen von einer tiefen Selbstschau in Zeiten existentieller Bedrohung. Bereits 1917 notierte er: »Ha, du warst ein Maler, stolz und ungebeugt. Du hast die Welt mit deiner rechten Hand gepackt und ihr ein Angesicht geknetet. Aber jetzt bist du ein Soldat, gedemütigt und eingeschüchtert; der Allerletzte unter deinesgleichen, feldgrau getüncht von außen und innen ein zerbrochnes, graues Herz. [...] Ah, zeichnen, mitten im Elend des Krieges. [...] Ich fasse mich immer wieder an den Kopf: warum ist das Böse und Häßliche so bestechend? es reißt auch den Gottgläubigen und eifervoll dem Guten zueilenden unaufhörlich in seinen Bann.« (aus: »Tagebuches letzte Winterseiten«, 1917).
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