Worum es geht
Alfred Kubin ging nach einer Fotografenlehre in Klagenfurt 1898 nach München und war 1909 an der Gründung der »Neuen Künstlervereinigung München« (N.K.V.M.) beteiligt, aus der sich der »Blaue Reiter« abspaltete. Traumwelten waren sein bevorzugtes Thema, sei es in seinem phantastischen Roman »Die andere Seite« von 1909, sei es in den druckgraphischen Mappenwerken, in zahlreichen Federzeichnungen oder in Illustrationen zu etwa 60 Büchern namhafter Autoren. Hierzu gehört auch die Darstellung des »Ritter Roland« nach der literarischen Vorlage von Ariosts »Orlando Furioso«. Die Lithographie, die Kubin der fünften Mappe der »Bauhaus-Drucke. Neue europaeische Graphik« beisteuerte, variiert eine aquarellierte Federzeichnung aus dem Jahr 1920. Der Ritter, den die Liebe um den Verstand gebracht hat, erscheint in lächerlicher Montur mit einem topfartigen Hut, sein Schwert Durante an seiner Seite und dem riesigen Horn Oliphant, mit dem er zurück in den kargen, offenbar zerstörten Wald bläst, aus dem er geritten kommt. Auch das seltsam kurzbeinige Pferd erhält durch seine Augenmaske karikaturhafte Züge. Obgleich Kubin sei 1906 mit seiner Frau Hedwig zurückgezogen auf einem Herrensitz bei Wernstein am Inn lebte, sprühte seine Phantasie im unendlichen Bereich zwischen Komik und Apokalypse.
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