Worum es geht

Beschreibung

»Rhythmus der Fenster«, entstanden kurz vor der Berufung Paul Klees ans Bauhaus in Weimar, gehört zu einer Reihe abstrakt-symbolischer Gemälde, mit denen der Künstler in den Jahren 1919/20 auf das Zeitgeschehen reagiert. Bestimmend ist bei diesen Arbeiten der Gegensatz zwischen Hell und Dunkel, zwischen potentiell unbegrenzter Farbstruktur und chiffrenhaften Gegenstandszeichen. Während die mystisch leuchtende Farbigkeit auf eine abstrakte, jenseits orientierte Geistigkeit verweist, ist die kindhaft anmutende Strichzeichnung als signethafter Hinweis auf die materielle Welt zu sehen. Dem Fenstermotiv als Ausblick auf eine neue, zukünftige Kunst, das Klee in den Nachkriegsjahren häufig verwendet, wird hier durch ein im oberen Bilddrittel erkennbares Augenpaar eine weitere Dimension hinzugefügt. Das Gemälde wurde am 27.3.1924 von Otto Fischer für RM 225,- erworben (Inv. Nr. 1424) und damit nur fünf Jahre nachdem Klees u.a. von Oskar Schlemmer und Willi Baumeister betriebene Berufung an die Stuttgarter Akademie gescheitert war. Laut der wohl nach dem Sommer 1941 maschinenschriftlich erstellten Liste des Kunsthistorikers Rolf Hetsch (1903-1946) sowie deren Abschrift durch den Kunsthändler Harry Fischer (1903-1977), die ein Gesamtverzeichnis der Werke der Beschlagnahmeaktion »Entartete Kunst« enthalten, kam das laut Inventarbuch am 10.7.1937 von der Reichskammer der bildenden Künste als »entartet« beschlagnahmte Bild zunächst in den Besitz von Bernhard A. Böhmer und anschließend von Karl Buchholz ( http://www.vam.ac.uk/data/assets/pdf_file/0003/240168/Entartete_Kunst_V… ). Es war 1937 in der Ausstellung »Entartete Kunst« in München. Nach mehreren Eigentümern in den USA und der Schweiz konnte es 2007 von der Staatsgalerie zurückerworben werden (Inv. Nr. 3783).

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