Der Rheinfall bei Schaffhausen (Reisetagebuch 1791, XXVI)

Worum es geht

Beschreibung

Blattfüllend hat Joseph Anton Koch hier den Rheinfall bei Schaffhausen ins Bild gesetzt. Der üppige Einsatz von Deckweiß dient ihm dazu, das Schäumen des fallenden Wassers wirkungsvoll zum Ausdruck zu bringen. Aus dem Bestreben heraus, Wissen und neue Erfahrungen zu sammeln, sicherlich aber auch, um sich zumindest temporär aus den beengenden Zwängen und Normen zu befreien, die den Künstler wenige Monate später zur Flucht aus der Hohen Carlsschule trieben, brach Joseph Anton Koch im Frühjahr 1791 zu einer Fußreise in die »erhabene und freie Schweiz« auf. Zu den Höhepunkten seiner Reise zählte zweifelsohne der Rheinfall, der in zahlreichen Reiseberichten des 18. Jahrhunderts als eines der großen Naturereignisse der Schweiz gerühmt wurde. »Große und erhabene Gefühle« wurden auch in Koch rege, der ganz gemäß der Topik der Überwältigung notierte: »gleich dem wilden Strohm wallte mein Blut, pochte mein Herz […], die Hand irgend einer Gottheit schien heftig auf mich zu wirken.« Darüber hinaus wird der Rheinfall mit den ihn flankierenden Felsen dem Künstler auch zu einem Bild der Freiheit und der Standhaftigkeit in politisch turbulenten Zeiten.

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