Worum es geht

Beschreibung

Nach der Rückkehr von seiner Deutschlandreise im Frühjahr 1926 begann Ernst Ludwig Kirchner seinen Stil zu verändern: »Aber ich stelle doch nochmals einen neuen Kirchner auf. Kunst ist doch stete Verwandlung« kündigte er dem Kunsthistoriker und -kritiker Will Grohmann am 1.3.1927 an. Dazu gehörten auch Experimente mit der Simultandarstellung verschiedener Bewegungsmotive. Seine Verehrung für Pablo Picasso kam dem Künstler dabei zupass. Am 17.8.1932 schrieb er an Luise Schiefler: »Ich male an dem großen Bilde einer Reiterin [...]. Es ist das erste ganz große Blatt in meiner letzten Art. Die Verbindung reiner Linien und Flächen.« Im Aquarell erscheint die Reiterin sowohl in Vorder- als auch in Schattenform in Seitenansicht. Auch wenn die sich durchdringenden Ansichten ein eher analytisches Vorgehen zeigen, hat das Nebeneinander des frontalen Pferdekopfes wie der puppenhaften Reiterin durchaus etwas Ironisches. Im klaren Schwarzweiß des gleichnamigen Holzschnitts (Inv.Nr. A 1957/2054) werden Schichtung und Schattenform deutlicher.

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