Worum es geht
Das Buch »Von dem grossen Lutherischen Narren«, aus dem die hier gezeigte Seite stammt, ist eine antireformatorische Streitschrift des gelehrten Franziskanermönchs Thomas Murner aus Straßburg. Zählte Murner vor der Reformation selbst zu den schärfsten Kritikern des spätmittelalterlichen Kirchenwesens, so wird er um 1520 zu einem der erbittertsten Gegnern Luthers. Der auf dem Holzschnitt gezeigte Landsknecht schreitet beherzt voran, während er eine Hand am Griff seines Schwertes hat und mit der anderen eine Fahne mit der Aufschrift »Fryheit« schwenkt. Fast könnte man angesichts dieser Illustration meinen, Murner sei selbst ein Bannerträger evangelischer Freiheit, doch ist der Holzschnitt ironisch gemeint. Im dialogisch angelegten Text kommt Luther selbst zu Wort und beansprucht als militärischer Hauptmann die Befreiung von aller Obrigkeit. So macht Murner den Reformator nicht nur für seine Kirchenreform, sondern auch für alle Formen des sozialen Aufruhrs – etwa für den Bildersturm oder für Bauernaufstände – verantwortlich.
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