Worum es geht
Der links unten in Bleistift mit Lyonel Feininger bezeichnete Holzschnitt »Rathaus und Neumond« setzt besonders auf den Kontrast zwischen dem dünnen, durchscheinenden Japanpapier und dem kräftig schwarzen, flächig gestalteten Bildfeld. Das Rathaus nimmt die ganze rechte Bildhälfte ein und wirkt im ersten Moment wie eine Kirche. Dies ist nicht zufällig, denn Feininger ist in jener Zeit gerade von den hohen, teilweise sehr verwinkelten Kirchtürmen der dörflichen Gotteshäuser angetan. Die kräftige schwarze Farbe des Holzschnitts tritt prominent aus der blauen Tönung des hauchdünnen Japanpapiers hervor. Hier gilt das Primat der Fläche über die Linie. Die Farbe des Papiers suggeriert die dargestellte Nachtatmosphäre - es ist nicht völlig finster, also nicht schwarz, sondern - aufgrund des im Titel angesprochenen Neumonds - dunkelblau. Feininger begann erst im Entstehungsjahr 1918 an, sich mit dem Holzschnitt zu beschäftigen und schreibt im Juni an Elisabeth Meyer: »In Braunlage werde ich eifrig arbeiten, hauptsächlich Holzschnitte herstellen; auf diese Grafik habe ich [mich], wenn auch sehr spät, um so eifriger gestürzt.«
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