Worum es geht

Beschreibung

Das Porträt einer Dame kam als Vermächtnis in die Staatsgalerie und wurde wegen seiner nicht zusammenpassenden und aus verschiedenen Epochen stammenden bildlichen Eigenschaften als Renaissance-Imitation aus dem 19. Jh. eingeordnet. Das Bild ist auf Holz gemalt, zeigt aber Insektenfraß und legt daher nahe, dass für das Porträt ein altes Material verwendet wurde. Während auf dem Goldgrund ein breiter Zierrand eingedrückt (punziert) wurde, wie es im 13. und 14. Jh. üblich war, trägt die Dame im Profil ein geschlitztes Oberkleid und einen transparenten Schleier über dem geknoteten Haar, wie es für das späte 15. Jh. typisch war. Ähnliche Gewandung lässt sich etwa zur Zeit der Sforza, der Herzöge von Mailand im ausgehenden 15. Jh., beobachten (z.B. in der Pala Sforzesca, 1494 datiert, in Mailand, Pinacoteca di Brera). Ihre Wendung nach rechts soll nahelegen, dass sie auf einen Gegenpart - etwa den Ehemann - blickt und damit Teil eines Doppelbildnisses gewesen wäre. Die verschiedenen zeitlichen Stilebenen, die in der Stuttgarter Tafel verbunden werden, sowie das ungewöhnliche Bildformat rechtfertigen die Einschätzung als Neuschöpfung, die für den Kunstmarkt angefertigt wurde und den Anschein eines frühen Renaissance-Porträts erwecken sollte.

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