Worum es geht
Ganz in Schwarz gehüllt erscheint die junge Frau im Gewand einer Witwe. Als solche ist sie an der schwarzen Kappe zu erkennen. Ihr breiter weißer Kragen ist mit einer schwarzen Schleife vor dem Hals gebunden, eine weite schwarze Haube, die sie vom Kopf gestreift hat, hängt über den Schultern. Das Bildnis der jungen Frau wurde seit seiner Erwerbung aus der Sammlung Barbini-Breganze mit oberitalienischer Porträtmalerei verbunden; das Gewand und der Typus hingegen erinnern an Florentiner Witwenkleidung des 17. Jh.: Maria Magdalena von Österreich (1589-1631), Großherzogin der Toskana, ließ sich nach dem Tod ihres Ehemannes Cosimo II. de‘ Medici (1590-1621) in solcher Tracht darstellen, ebenso Maria de‘ Medici (1575-1642), Regentin von Frankreich nach dem Tod von Heinrich IV. (1572-1610). Ihr Porträt in Madrid (Museo Nacional del Prado), das um 1622 unvollendet blieb, zeigt die Witwe vor einem nur in Untermalung vorbereiteten Vorhang - ein würdevolles Motiv in repräsentativen Bildnissen, das den Rang der Dargestellten unterstreichen soll und in der Regel royale Farben zeigt. Mit dem graubräunlichen Grund scheint das Stuttgarter Gemälde im späten 17. oder 18. Jh. den unvollendeten Anschein der Untermalung auf eigentümliche Weise zu wiederholen.
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