Worum es geht
Der nach seinem mutmaßlichen Bestimmungsort benannte Altar wird aus stilistischen Gründen einem anonymen Künstler zugeschrieben, der als ein Schüler oder Mitarbeiter Zeitbloms gilt. Die heute in Stuttgart und Frankfurt aufbewahrten Fragmente gehörten ursprünglich zu einem vierflügeligen, doppelten Wandelretabel. In geschlossenem Zustand zeigte der Altar vier (heute nahezu zerstörte) Passionsdarstellungen, einmal geöffnet acht Szenen aus dem Marienleben, ganz geöffnet Relieffiguren stehender Heiliger und den geschnitzten Mittelschrein (die plastischen Teile sind verschollen). Das Kolorit, die Figurentypen und die hohe Malkultur machen deutlich, dass dem Meister des Pfullendorfer Altars die Kunst Zeitbloms vertraut war, die er jedoch durch neuere Elemente bereicherte. Im Gegensatz zu Zeitbloms flächenbetonender Konfiguration gelangt der Künstler durch Verkürzungen und Diagonalstellungen zu ausgesprochen räumlichen Konstellationen. Bemerkenswert ist auch seine ausgeprägte Fähigkeit zur Dramatisierung der Ereignisse. [EW]
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