Worum es geht
Tuschezeichnung. - Yoko Ono war in den 1950er Jahren von Japan nach New York gekommen, hatte dort den Komponisten Toshi Ichiyanagi - ihren ersten Ehemann - sowie den avantgardistischen Künstlerkreis um John Cage kennengelernt und selbst als freie Künstlerin mit Texten, Malerei und Kompositionen, die den Begriff der Musik fundamental neu fassten, experimentiert. Darüber hinaus veranstaltete sie in ihrem Loft, 112 Chambers Street, ab 1960 zusammen mit La Monte Young experimentelle Konzerte, und Performances, zu deren Besuchern auch George Maciunas, der Begründer von FLUXUS, zählte. Yoko Ono, vom Geist des Zen und den künstlerischen Traditionen Japans geprägt, setzte sich in ihren frühen bildnerischen Arbeiten mit der Tuschemalerei auseinander und führte sie ins Extreme: vom Harmonikalen in die Irritation. Das Dick Higgins gewidmete »Painting Until It Becomes Marble«, ein überdimensionales Leporello von rund 2,70 m Gesamtlänge, entfaltet eine amorphe Pinselzeichnung mit schwarzer Tusche, die Blatt für Blatt aber auch in toto betrachtet werden kann. Yoko Onos in »Grapefruit« (vgl. Inv. Nr. AS 2013/1008) publizierten Instruktionen zufolge jedoch, handelt es sich dabei um eine Malerei für den ›Gebrauch‹ durch den Adressaten: dieser möge sich das Passende herausschneiden oder Partien nach Belieben schwarz übermalen.
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