Worum es geht
Der von Adriaen Collaert nach Entwürfen von Marten de Vos in Kupfer gestochene Zyklus der vier Tageszeiten zeigt jeweils in der oberen Bildhälfte eine auf einer Wolkenbank lagernde, nackte Gottheit, während sich darunter eine Landschaft erstreckt, in der Menschen bei tageszeitentypischen Tätigkeiten zu sehen sind. Die Nacht (Nox) wird durch einen schlafenden alten Mann verkörpert, der an den Gott Saturn denken lässt und mit seinem in die Hand gestützten Kopf zugleich an die berühmte Figur des Jeremias aus Michelangelos Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle erinnert. Letztere waren durch Kupferstiche in den Niederlanden durchaus bekannt. Unter dem Wolkenband erscheint links eine nächtliche adlige Prozession vor einem erleuchteten Palast, während sich rechts ein Pfarrer einem kleineren Haus nähert, in dem ein Sterbender liegt und auf das letzte Sakrament wartet. So entspricht die Tageszeit der Nacht zugleich dem Abschluss der Lebensalter durch den Tod.
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