Mönche im Kloster Salmansweiler (Reisetagebuch 1791, XV)

Worum es geht

Beschreibung

Auf diesem Blatt hat Joseph Anton Koch Mönche und Geistliche im Kloster Salmansweil in Salem gezeichnet. Im Ganzfigurenporträt wie auch im Brustbild bringt der Künstler darin seine Vorbehalte gegenüber Klerus und Geistlichkeit zum Ausdruck: Dummheit, Gier und Engstirnigkeit spiegeln sich auf den Gesichtern und charakterisieren Statur und Haltung. Kochs Erläuterung zu den drei mit Buchstabe »a« gekennzeichneten Mönchen im oberen Register beispielsweise lautet: »drey voll gefressene Kapuziner, welche sich ausser dem Kloster, ihrer Pseudo Religion, und einem guten Tisch um die übrige Welt nichts bekümmern.« Das Blatt stammt aus einem Reisetagebuch, in dem der damals 22-jährige Künstler eine 8-tägige Wanderung an den Bodensee in Schrift und Bild dargelegt hat. Von den ursprünglich 43 Illustrationen haben sich 29 nebst einem Textfragment im Bestand der Staatsgalerie Stuttgart erhalten. Eines der ursprünglichen Reiseziele Kochs war Zürich und ein Besuch bei dem berühmten Philosophen Johann Caspar Lavater gewesen. Lavaters Theorie der Physiognomik, die das Äußere als Ausdruck der charakterlichen Disposition versteht, sind Kochs karikaturhafte Charakterköpfe verpflichtet.

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