Worum es geht
In seinen letzte Schaffensjahren löste sich Ernst Ludwig Kirchner mehr und mehr von der Natur: Im März 1927 schrieb er an Will Grohmann: »Aber ich stelle doch nochmals einen neuen Kirchner auf. Kunst ist doch stete Verwandlung.« Kennzeichen dieses Neuen Stils wurden flächige Werke, in denen der Künstler auch abstrahierte, jedoch den letzten Schritt zur eigentlichen Abstraktion nie vollzog. Im Aquarell »Menschen und Pferd« verzichtet er nicht auf die Figürlichkeit, löst sie aber weitgehend im Linien- und Flächenverbund auf. Das Nebeneinander der forsch voranschreitenden Beine vermittelt rasche Bewegung, im Hintereinander der Umrisse entsteht Räumlichkeit. Manche Partien gehen ineinander über, beispielsweise der grüne Pferderücken in die beiden Personen dahinter. So ergibt sich trotz der Flächigkeit eine räumliche Gegebenheit. Mit schwarzer Tusche werden abschließend zeichenhaft einige klärende Akzente gesetzt.
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