Worum es geht
Die Umdrucklithographie mit dem Titel »Menschen in der Straße« ist Blatt 5 im Sammelwerk »Erste George Grosz-Mappe«, die 1916/17 in Berlin verlegt wurde. In seiner 1930 herausgegebenen Publikation »Die Gezeichneten« findet sich dieses Motiv nochmals unter der Bezeichnung »Menschenwege«. Gezeigt wird eine stark belebte Straßenszene in flüchtigen, dünn gezogenen, schwarzen Linien. Die Passanten sind alle durch die für Grosz typischen, fratzenhaften Gesichter gekennzeichnet. Keine der Figuren kann auch nur im Geringsten als schön bezeichnet werden. Am linken Bildrand ist ein dreistöckiges Gebäude mit großen Fenstern in jeder Etage angeordnet. In ihnen sind von oben nach unten ein armer Künstler, ein Liebespaar und ein Kampf auf Leben und Tod zu sehen - Sinnbilder von Verzweiflung, Liebe und Hass. Keiner der Passanten ahnt etwas davon und doch sind es Gefühle, die jedem, egal aus welcher sozialen Umgebung, vertraut sind. Etwas weiter im Hintergrund befinden sich eine Kutsche, ein Pferdewagen zum Transport von Gegenständen und ganz hinten eine Lokomotive. Diese stehen vermutlich für Tradition und Fortschritt - ein Spannungsfeld, in dem sich viele Menschen in den Jahren kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges befanden.
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