Worum es geht
Ernst Ludwig Kirchners Lebensgefährtin Erna Schilling (1884-1945) wurde in der Einsamkeit der Schweizer Berge nicht heimisch und war geplagt von Depressionen und dem Heimweh nach Berlin. Der Künstler präsentiert sie nackt und mit missmutig-melancholischem Gesichtsausdruck, hat aber seine Hände schützend wie tröstend auf ihren Schulter und ihren Oberarm gelegt. Allerdings steckt wohl auch etwas »Besitzerstolz« dahinter, denn ohne Erna hätte Kirchner die Jahre der Krise und auch die Zeit bis zu seinem Tod nicht überstehen können, wie er noch am 26.8.1936 an seinen Bruder Ulrich schreibt: »Bin ja auch bald 60 und das Leben wird ja auch mal zu Ende sein, dann hat die Sorge ein Ende. Nur um Erna geht es dann, die liebe, gute Pflegerin von mir, die ihr Leben opfert für mich und meine Arbeit und ich habe Ruhe zum Schaffen.« Die nachträgliche eigenhändige Datierung Kirchners 1928 auf diesem Blatt ist von ihm sicherlich zu spät angesetzt und entstand vermutlich rückwirkend 1936 als er das Blatt seinem Arzt Dr. Frédéric Bauer schenkte, wie der handschriftlichen Widmung zu entnehmen ist.
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