Worum es geht
Seit 1991 treten Eva & Adele als identisches Zwillingspaar auf und hinterfragen damit bewusst traditionelle Geschlechterrollen und Normen. Ihre Identität bleibt offen, wodurch sie den Betrachter zur Auseinandersetzung einladen. Ihre Körper dienen ihnen als Leinwand für Performances und Installationen, die den Körper als Medium der Selbstdarstellung und der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konstruktionen thematisieren. In ihrem Auftreten und ihrer Kunst vereinen sie scheinbar gegensätzliche Elemente wie Stärke und Zerbrechlichkeit, Natur und Kultur, Tradition und Moderne. Ihre Auftritte sind durch aufwendige Kostüme und starkes Make-up geprägt, die sie zu künstlichen Wesen transformieren und sie aus dem Alltagsleben herausheben. Die Performances und Installationen werden meist fotografisch und filmisch dokumentiert. Aus dieser künstlerischen Praxis heraus entwickelten Eva & Adele den Begriff "Mediaplastic", mit dem sie auch eine Werkreihe bezeichnen, in der sie verschiedene Medien miteinander verbinden, um neue ästhetische und inhaltliche Effekte zu erzielen. Ein Beispiel hierfür ist das Gemälde »Mediaplastic # 2. Kölner Stadtanzeiger, 11. November 1993«, in dem sie das vermeintliche Druckraster einer Zeitung, in diesem Fall des Kölner Stadtanzeigers, in den Mittelpunkt rücken. Ob tatsächlich am 11. November 1993 Eva & Adele in dieser Zeitung abgebildet wurden, bleibt offen. Eine Vorlage vergrößerten sie und übertrugen es malerisch auf den rosafrabenen Bildgrund. Durch die malerische Imitation des Druckrasters der Zeitung hinterfragen sie die Beziehung zwischen Realität und Abbild. Im Kontext von Eva & Adeles Werk, das mit Identität und Medien spielt, unterstreicht das Zeitungsbild die Vergänglichkeit und Fragilität von Repräsentationen und die Möglichkeit, Informationen zu manipulieren, wodurch es die Grenzen zwischen Realität und Abbild verwischt.
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