Worum es geht
Nach seiner Deutschlandreise von Mitte Dezember 1925 bis März 1926 begann Ernst Ludwig Kirchner seinen Stil zu verändern und schrieb im März 1927 an Will Grohmann: »Aber ich stelle doch nochmals einen neuen Kirchner auf. Kunst ist doch stete Verwandlung.« Kennzeichen dieses Neuen Stils wurden flächige Werke, in denen der Künstler auch abstrahierte, jedoch den letzten Schritt zur eigentlichen Abstraktion nie vollzog. Doch ließ er nun auch Einflüsse anderer Künstler wie Paul Klee oder Henri Matisse zu wie in dieser in der Linienführung einzigartigen Zeichnung. Ein Mann mit markantem Kinn und Haartolle in Frontalansicht und eine Frau mit Lockenkopf und nackten Brüsten im Profil sind mittels fast durchgehender Striche vereint. Die beiden Hände des Mannes - links vertikal, rechts unten horizontal - deuten den engen Bezug durch eine Umarmung an. Durch die abstrahierenden Formen und beispielsweise die Linie von Augenbraue zur Hand erhält das Blatt einen leicht ironischen Charakter.
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