Worum es geht

Beschreibung

Das auf Leinwand gemalte Bild zeigt die Muttergottes, die einen nahezu transparenten Schleier von ihrem Sohn hebt, der spielerisch nach dem Tuch greift. Hinter ihr lehnt der Ziehvater Joseph auf einen Stab gestützt und blickt auf den Knaben. Das Bild ist eine von zahlreichen Kopien der sogenannten »Madonna von Loreto«, die von dem italienischen Renaissancemaler Raffael (1483-1520) kurz nach seiner Ankunft in Rom um 1511 gemalt wurde. Vermutlich wurde sie von Papst Julius II. (reg. 1503-1513) in Auftrag gegeben und bis ins späte 16. Jh. in der Kirche Santa Maria del Popolo aufbewahrt. Auch nachdem Raffaels Original in die römische Privatsammlung der Borghese-Familie überging, wurde das berühmte Vorbild vielfach kopiert. Heute befindet sich das Original im Musée Condé in Chantilly. Bei der Stuttgarter Werk handelt es sich wohl um eine ältere Kopie des 16. oder 17. Jhs. handeln. Im Gegensatz zu Raffaels Gemälde ist sie betont graphisch angelegt, Konturen- und Schattenverläufe sind mit einer Klarheit und Schärfe modelliert, die dem Renaissance-Werk fehlt. Das Gemälde wurde bereits im 19. Jh. mehrmals restauriert. Es stammt aus der privaten Sammlung König Wilhelms I. von Württemberg und wurde dem Museum 1860 geschenkt.

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