Worum es geht
Die Unschuld (L’Innocence) wird durch ein junges, blütenbekränztes Mädchen symbolisiert, das ein Schaf im Arm hält. Johann Gotthard Müller schuf 1771 diesen Kupferstich nach einem (verlorenen) Gemälde von Nicolas Guibal, wie die Bildlegende ausweist »Guibal p[inxit] / Muller fe[cit] 1771 / L’Innocence«. Müller besuchte schon während seiner Schulzeit den öffentlichen Freizeichenunterricht an der von Herzog Carl Eugen 1761 eingerichteten Académie des Arts. 1764 wurde er dort Schüler von Nicolas Guibal und kopierte die beiden Hauptfiguren aus dessen um 1765 entstandenem Gemälde »Die Weiber von Weinsberg« (Inv. Nr. C 5592, C 1933/46). 1770 erhielt Müller mit einem herzoglichen Stipendium die Möglichkeit, nach Paris zu gehen, um bei dem berühmten aus Deutschland stammenden Johann Georg Wille (1715-1808) die Kunst des Kupferstechens zu erlernen, dort erschien auch als eines der frühesten Werke Müllers der vorliegende Stich. Am 30.3.1776 wurde er in die Pariser Akademie aufgenommen, noch im selben Jahr kehrte er nach Stuttgart zurück, wurde »Premier Graveur« des Herzogs und Lehrer an der Militärakademie (ab 1781 Hohe Carlsschule). 1784 wurde dem Künstler hohe Ehre zuteil als er den Auftrag erhielt, das Porträt Louis XVI. nach dem Gemälde von Joseph Siffrèd Duplessis (1725-1802) in Kupfer zu stechen, das 1790 vollendet war (Inv. Nr. A 1938/9,a-b; Rümelin 2000, Nr. 19).
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