Worum es geht
Das Buch »Liliths Töchter« von Anselm Kiefer liegt verschlossen in einer Vitrine, ist nicht benutzbar, seine Seiten sind unendlich schwer. In Asche getränkte Kleider kleben auf einer Fotografie, des Weiteren verwendete der Künstler Acryl, Emulsion und Bleibänder. Kiefer ist bekannt für sein großes Interesse an Mythologie, Religion und Geschichte, die er kritisch hinterfragt. Lilith sammelte dem Mythos zufolge den Samen der Männer ein und machte daraus Teufelchen. Sie ist Mephisto verwandt, dem Geist, der stets verneint. Nach den Apokryphen war sie Adams erste Frau, die sich ihm nicht, wie später Eva, unterordnen wollte. Doch Lilith ist nicht allein negativ besetzt, sondern steht für die Befreiung der Frau aus patriarchalischen Strukturen, für Sinnlichkeit und Sexualität im Gegensatz zu Mütterlichkeit, Häuslichkeit, Unterwerfung.
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