Worum es geht
Max Pechstein studierte nach einer Lehre als Dekorationsmaler in Zwickau an der Akademie in Dresden. 1906 trat er als einzig ausgebildeter Maler der Künstlervereinigung Brücke bei, reiste nach Italien und Paris und ließ sich schon 1908 in Berlin nieder, wohin ihm die Brücke-Künstler 1911 folgten. Entgegen dem Beschluss Letzterer, nur als Gruppe aufzutreten, nahm Pechstein als einzelner 1912 an einer Ausstellung der Berliner Secession teil und wurde daraufhin aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. 1913/14 reiste er in die Südsee. Pechsteins Lieblingsmodell war bis 1920 Lotte Kaprolat (1893-1955), oft dargestellt mit Tränensäcken und leicht wulstigen Lippen. Ob sie allerdings auch die Vorlage für diesen weiblichen Akt in dem Aquarell von 1918 war, muss offenbleiben. Die Zeichnung wurde 1937 vor der Beschlagnahmung durch Theodor Musper gerettet, der ab 1930 verantwortlich für das »Graphische Sammlung Stuttgart« genannte Kupferstichkabinett im ehem. Kronprinzenpalais und von 1946 bis 1963 Direktor der Staatsgalerie war. Er nahm sie mit 47 weiteren in einem »Koffer« (so die mündlich überlieferte Legende) mit nach Hause. Später lagerte er sie zum Schutz vor der Bombardierung aus; 1947 wurden sie der Sammlung wohlbehalten vom »Tribunal Militaire du Quartier Général« zurückgegeben.
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