Worum es geht
Bei der in starker Untersicht angelegten Zeichnung fallen besonders die großen dunkleren Fußsohlen auf, die der Betrachter mit als erstes sieht. Bereits Jacob Burckhardt bemerkte 1855 in seinem »Cicerone. Eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens«: »In Venedig: der hellfarbige Gio. Batt. Tiepolo, der die Untersicht vielleicht am weitesten treibt, so dass Fußsohlen und Nasenlöcher die charakteristischen Teile seiner Gestalten sind« (Edition 1953, S. 624). Das Blatt gehört zu einer großen Gruppe von Entwürfen zu Einzelfiguren für Deckengemälde, den sogenannten »Sole figure per soffitti«. Wie bei vergleichbaren »Sole figure vestite« bezieht sich der Titel auf ein Album, das sich ehemals in der Sammlung des Engländers Edward Cheney (1803-1884) befand und im Jahre 1914 veräußert wurde (Aukt.-Kat. Christie's, London 14.7.1914, Nr. 49; vgl. George Knox: Catalogue of the Tiepolo Drawings in the Victoria & Albert Museum, London 1960, S. 4-5). Über 150 dieser Federzeichnungen sind erhalten, doch lässt sich bei ihnen nur selten eine direkte Verbindung zu Gemälden oder Fresken feststellen. Sie sind durchweg in den Jahren nach der Würzburger Zeit entstanden (George Knox: Drawings by Giambattista and Domenico Tiepolo at Princeton, in: Record of the Art Museum Princeton University 23, 1964, Heft 1, S. Nr. und Abb. 20-43).
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