Worum es geht
Seite aus einem Band mit sechs Lithographien in seltenen Zustandsdrucken sowie Bleistift- und Federzeichnungen, die in Zusammenhang mit den Illustrationen zu Jules Renards Histoire Naturelle stehen. Henri de Toulouse-Lautrec lernte den Autor 1894 bei den Natansons - den Verlegern der Revue Blanche - kennen; erst fünf Jahre später, 1899, erschienen die mit 22 Lithographien und einem Umschlag illustrierten Geschichten über die Tier- und Pflanzenwelt bei Henri Floury. Auf Skizzen vor dem Motiv basierend, weisen Toulouse-Lautrecs Tierzeichnungen Ähnlichkeiten mit japanischen Musterbüchern eines Kitao Masayoshis oder Hokusais auf: Häufig setzt der Künstler sein Motiv - wie hier die Kröte für Tafel zwölf des Buches - ohne Andeutung eines Raumes oder einer Umgebung auf das Weiß des Blattes. Einige Tierzeichnungen sind als Schwarzsilhouetten gestaltet oder weisen gebrochene, vielfältig abgesetzte Umrisslinien auf, die an die Technik des »fliegenden Weiß« (Fei-pai) aus der ostasiatischen Tuschemalerei erinnern. Anders als beispielsweise Masayoshis Frösche, bei denen die Individualität der einzelnen Exemplare im Vordergrund steht, scheint Toulouse-Lautrec hier mehr auf eine Summe individueller Ausprägungen - auf ein Bild der Art - abzuzielen.
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