Worum es geht
Das Kolorit wird verkörpert von einer lagernden Frau, die eine Palette und Pinsel hält und auf eine Leinwand malt. Der Putto vor ihr, der direkten Blickkontakt mit dem Betrachter aufnimmt, hält eine Maske, ein zweiter sitzt lesend am Boden, neben ihm liegen Zeichnungen. Hinter der Frau erscheinen die Porträtbüsten von Peter Paul Rubens und Tizian, beide auf Grund ihres Kolorits berühmt. Im Hintergrund links zeichnet ein Putti als Vorbereitung für Gemälde, deren Leinwände schon bereit stehen, im Vordergrund mischt ein weiterer Pigmente aus verschiedenen Behältern, um Malfarben herzustellen. Wie schon bei »La Composition« und »Le Dessin« (Inv. Nr. B 389,b,3-4) erscheinen auch hier von oben hereinbrechende Lichtstrahlen als Zeichen der Inspiration, bzw. der intellektuellen Beschäftigung. Der Terminus »Coloris« wurde in der französischen Kunsttheorie von Roger de Piles (1635-1709) eingeführt, um zwischen den in der Natur sichtbaren Farben (couleur) und der Farbgebung in einem Gemälde zu unterscheiden (coloris). 1778 publizierte Nicolas Pigage (1723-1796) das zweibändige Werk »La Galerie Electorale De Dusseldorff Ou Catalogue Raisonné Et Figuré De Ses Tableaux Dans Lequel On Donne Une connoissance exacte de cette fameuse Collection [...]«, 1778 gedruckt im Verlag von Christian von Mechel (1737-1817) in Basel. Für Band 1 entwarf Nicolas Guibal das Titelblatt (Inv. Nr. C 2016, C 2043), die Kapitel in Bd. 2 werden jeweils mit einer Vignette nach seinen Entwürfen eingeleitet, wobei die Allegorien den bestimmten Themen der einzelnen Säle der Galerie zugeordnet wurden (Inv. Nr. B 389,b,1-6): »Le Genie des Arts«: Premier Salle dite des Flamans; »La théorie de la Peinture«: Deuxieme Salle dite de Gerard Dow, »La Composition«: Troisieme Salle dite des Italiens; »Le Dessin«: Quatrieme Salle dite de van der Werff, »Le Coloris«: Cinquieme Salle dite de Rubens, »L’Imitation«: Pièces nommées mobiles placées dans les cinq salles sur les volets des fenêtres.
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