Landschaft mit Kanone

Worum es geht

Beschreibung

Albrecht Dürers letzter und größter Eisenradierung liegt eine topographische Studie zugrunde. Hatte man lange geglaubt, hier sei das Dorf Kirchehrenbach bei Forchheim dargestellt, konnte vor Kurzem der überzeugende Nachweis geführt werden, dass es sich bei der Radierung um eine seitenverkehrte Ansicht des nordöstlich von Nürnberg gelegenen Dorfes Eschenau handelt. Dort hatte Dürers patrizischer Freund Jakob Muffel zwischen 1512 und 1518 eine in Familienbesitz befindliche Schlossruine wiederaufgebaut. Der Künstler könnte die Radierung demnach als Freundschaftsgabe anlässlich der abgeschlossenen Renovierungsarbeiten angefertigt haben. Freilich hat Dürer die Szenerie durch frei erfundene Elemente ergänzt, etwa die im Hintergrund links zu sehende Meeresbucht. Auch ist fraglich, ob sich die dargestellte Kanone und die sie begutachtenden Männer im Vordergrund rechts jemals am gezeigten Ort befunden haben. In jedem Fall aber hat Dürer als erster die relativ neue Tiefdrucktechnik der Radierung für eine weitausgreifende Landschaftsdarstellung genutzt und damit eine in den folgenden Jahrzehnten überaus erfolgreiche Bildgattung begründet.

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